Von Helmut Gote, 09.01.09, 16:56h, aktualisiert 22.04.09, 14:51h
So wie die griechischen Meze, also kleine Portionen verschiedener Vorspeisen und Gerichte, die in Griechenland zum Wein oder Bier, meistens aber zum Ouzo gegessen werden. Den gibt es gratis in diesem im November neu eröffneten Restaurant in putzigen kleinen Fläschchen zur großen Auswahl von Meze, die auf der Karte stehen. Sie sind alle hausgemacht, zum Teil mit Original-Zutaten aus Griechenland zubereitet, alle durchweg sorgfältig abgeschmeckt und zu moderaten Preisen (rund 3 bis 8 Euro).
Gefüllte Weinblätter in RouladengrößeWir hatten zum Beispiel knusprig frittierte Kartoffelscheiben mit geriebenem Hartkäse, natürlich klassisches Zaziki, dem noch nicht der Knoblauchzahn gezogen wurde, ein frisches Mus von im Pizzaofen geräucherten Auberginen und mit Chili geschärften Oktopusarm, der nach dem Kochen noch gegrillt wurde. Die gefüllten Weinblätter, fast schon von Rouladengröße und mit von feiner Minze gewürzter Hackfüllung, wurden noch mit einer schlanken Béchamelsauce leicht überbacken.
Zu allen Hauptgerichten gehören immer noch weitere Meze, die vorher gebracht werden, und ebenso lecker sind wie die, die man von der Karte bestellt: marinierte Würfel von sehr aromatischer Roter Bete, gegrillte und danach pikant eingelegte Auberginenstücke, eine ziemlich scharfe Creme vom Schafskäse und Paprika oder der einfache Salat von Tomaten, Gurken, Zwiebeln und Oliven, der schlicht mit Olivenöl angemacht wird.
Lorbeer, Zimt, Piment
Vielleicht lag es ja an der beeindruckenden Vielfalt der Meze, dass manche Hauptgänge mir nicht mehr so ganz auf diesem Niveau vorkamen. Die Fleischqualität des geschmorten Lammbratens mit grünen Bohnen und Schafskäse überbacken (16,90 Euro) und des Rindfleischs zu den dicken Riesenbohnen in Tomatensauce (14,90 Euro) war zwar in Ordnung, aber beide Gerichte zu wenig gesalzen und eher etwas langweilig gewürzt. Dann doch lieber die griechischen Schmor-Klassiker Stifado - hier vom saftigen Lammfleisch mit vielen Perlzwiebeln zubereitet und offensiv mit Lorbeer, Zimt und Piment gewürzt (15,50 Euro) oder das gekonnt mit Schafskäse gefüllte, große Bifteki (13 Euro).
Spezialisten sollten ruhig auch einmal die in Olivenöl gebratene Schweineleber (11 Euro) mit Oregano und Meersalz probieren, Griechenland-Nostalgiker (weißt du noch, damals auf den Inseln&) den historischen Retsina in Original-Gläsern - der einfache, geharzte Wein schmeckt immer noch als Aperitif oder / und zu allen Meze.
Danach darf es aber dann ruhig eine der preiswerten Flaschen wie der sehr süffige weiße Savatiano (16,90 Euro) oder der rote Ktima (17,90 Euro) sein. Die zeigen, dass auch der griechische Wein in der Neuzeit angekommen ist. Das alles serviert die gastfreundliche Inhaberin, die halb deutsch und halb griechisch ist, und dieses Lokal zu einer wirklich gelungenen Neueröffnung gemacht hat.
Sergiani
Homepage
05.08.2010 | 10.58 Uhr | stattmensch
Homepage: http://www.sergiani.de
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