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Eisklettern

Nohner Wasserfall als Übungsterrain

Von Bernhard Romanowski, 09.01.09, 17:43h

Alpinist André Hauschke bestieg das Naturdenkmal mit zwei seiner Kletterkollegen. In diesem Jahr will der Euskirchener mit einer Gruppe Iraner einen Achttausender im Himalaya bezwingen.

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André Hauschke (links) und Christian Schlarb kletterten zu Übungszwecken den Felshang am Wasserfall bei Nohn hinauf. (Bild: Romanowski)
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André Hauschke (links) und Christian Schlarb kletterten zu Übungszwecken den Felshang am Wasserfall bei Nohn hinauf. (Bild: Romanowski)
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Als Ausbilder des Deutschen Alpenvereins gibt Hauschke sein Wissen auch in Seminaren weiter. (Bild: Romanowski)
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Euskirchen/Nohn - „Es ist noch viel zu warm“, kommentierte André Hauschke die Wetterlage am Freitag rund um den Nohner Wasserfall. Trotz des eisigen Hauchs, der dabei aus seinem Mund stieg, und der äußerst knackigen Temperaturen rund um das Gewässer war es dem Outdoor-Spezialisten aus Euskirchen noch nicht frostig genug. Sein Vorhaben, den vereisten Wasserfall mittels Steigeisen, Eishaken und Seil hinaufzuklettern, ließ er fallen, weil die Eisschichten an der Felsanlage noch nicht dick genug waren.

„Damit würden wir dieses Naturdenkmal nur beschädigen“, sagte er in Richtung seiner beiden Kletterkameraden, Christian Schlarb aus Kommern und Dirk Münzel aus Eschweiler. Doch auf eine Kletterpartie wollte Hauschke auch nicht verzichten, und so bahnten er und Schlarb sich einen Weg in einer Schneise neben dem Wasserfall und kraxelten gekonnt in die Höhe. Jeweils im Wechsel arbeitete sich einer der beiden an dem Felshang empor, während der andere ihn mit einem über die Eishaken verankerten Seil sicherte.

Die derzeitige Wetterlage bot den drei Kameraden eine willkommene Gelegenheit, das Eisklettern einmal in der Eifel zu praktizieren. Hauschke: „Hier in Nohn habe ich das noch nie probieren können.“ Überhaupt waren die drei Herren sich einig, dass viele Menschen gar nicht wissen, wie viele „Naturschätzchen“ man im Euskirchener Land und in der Eifel direkt vor der Haustür findet. Doch auch in der großen weiten Welt hat André Hauschke schon zahlreiche Erfahrungen in Sachen Outdoor-Aktivität gesammelt. Auch Wasser ist für ihn schon lange ein Thema, allerdings nicht gerade in gefrorenem Zustand.

Hauschke gehörte seinerzeit dem Olympiakader im Windsurfen an und nahm auch an einem Surf-Weltcup teil. Seit Anfang der 1990er Jahre hat er eine weitere Leidenschaft sportlicher Natur für sich entdeckt: das Mountainbike-Fahren. 2007 nahm er an einem Mountainbike-Marathon in den Alpen teil. Einige Jahre zuvor war er Teilnehmer des Weltcups und kam unter die ersten 20 Fahrer bei einer so genannten „Extreme Bike Series“. Doch Hauschke ist auch gut zu Fuß. Neben der Besteigung bekannter Alpengipfel durchstieg er schon einige Nord- und Eiswände.

Auch bei Expeditionen etwa am Mount McKinley in Alaska sowie in Nepal und Tibet hat er schon seinen Mann gestanden. Als Skilehrer und Ausbilder des Deutschen Alpenvereins ist er im Bereich Bergsteigen, Klettern und Skihochtouren tätig. Seine langjährige alpine Erfahrung durch seine Touren und Expeditionen im Höhenbergsteigen gibt er in der Praxis und bei Vorträgen weiter.

Mittlerweile verbindet er seine Seminare mit Trainingskursen für führende Mitarbeiter deutscher Unternehmen. Doch bei aller Weltenbummelei ist Hauschke doch immer froh, wenn er wieder daheim bei seiner Frau und den beiden Kindern ist. Schließlich muss er sich auch noch um sein Geschäft mit Schwerpunkt Outdoor-Artikel kümmern, das er seit rund 20 Jahren in Euskirchen betreibt.

Bei dieser sportlichen Vita erscheint die Ersteigung des Wasserfalls bei Nohn wie ein Klacks. Doch Hauschke betrachtet solche Aktionen keineswegs als Kinderkram. „Als Vorbereitung auf richtige Höhentouren“, so der umtriebige Alpinist, „sind solche Aktionen ein gutes Training.“ Um auf einer Extremtour zu bestehen, müsse man draußen und bei niedrigen Temperaturen agieren, essen und übernachten. Viele Anfänger in diesem Bereich unterschätzen dies laut Hauschke. Um die notwendigen Handlungsabläufe wie etwa den Einsatz der Eishaken zu verinnerlichen, ist dann auch ein vereister Felshang in der Eifel von großem Nutzen. Tyra, seine sibirische Husky-Hündin, jedenfalls fühlte sich am Freitag in dem eisigen Ambiente sichtlich pudelwohl.

Noch in diesem Jahr will Hauschke ganz hoch hinaus. Diesmal steht ein „Achttausender im Himalaya“ auf dem Tourprogramm. Eine iranische Bergsteigergruppe hat sich an Hauschke als Berater gewendet. Der Zeitpunkt steht noch nicht fest. Aber wenn seine Zeit und vor allem seine Frau es zulassen, will er die Perser auf ihrem Weg zum „Dach der Welt“ begleiten.



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