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Idee

Für Abfall fast zu schade

Von Barbara aus der Wiesche, 12.01.09, 20:26h

Der Herr der Tonnen: Frank Körner hüllt um triste graue Mülltonnen farbige Mäntel. Der Stoff ist strapazierfähig und kann ganz nach Wunsch bedruckt werden. Unnütz oder profitable Geschäftsidee?

Frank Körner
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Frank Körner (46) glaubt fest daran, dass sich mit seiner Idee Geld verdienen lässt. Gleichzeitig tue er was zur Verschönerung der Umwelt. (Bild: Grönert)
Frank Körner
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Frank Körner (46) glaubt fest daran, dass sich mit seiner Idee Geld verdienen lässt. Gleichzeitig tue er was zur Verschönerung der Umwelt. (Bild: Grönert)
Mülheim - Jedes Mal, wenn er in seiner Eigenheimsiedlung in Holweide zum Nachbarn rüberschaute, fiel sein Blick missbilligend auf dessen Mülltonnen. Dass die da so nackt und bloß rumstanden, störte Frank Körner gewaltig. Dem 46-Jährigen kam eine Idee. Er nahm Nadel und Faden, nähte in ein altes Bettlaken ein Gummiband und - fertig war das Tonnenröckchen. Als er seinen eigenen Müllbehälter damit verkleidete, wusste er: Da lässt sich mehr draus machen. Dass seine Familie ihn besorgt ansah, nahm Körner gelassen hin. Inzwischen gibt es die Tonc GmbH, ein Unternehmen, das hübsch bedruckte Mülltonnenbezüge herstellt und verkauft.

Zurück zum Anfang. Um seine Vorstellungen realisieren zu können, brauchte Körner Rat von einem Profi, der sich mit ungewöhnlichen Schnitten und strapazierfähigen Stoffen auskannte. Segelfreunde hatten den rettenden Einfall und die passende Adresse: einen Drachenbauer in Hamburg. Körner fuhr hin. Das war 2007.

Was er brauchte war eine strapazierfähige, waschbare Verkleidung, die eng am Tonnen-Rumpf anlag, mit zwei Handgriffen montiert werden konnte und ein ansprechendes Motiv hat - Bäume, Blumen, Meer, was so gewünscht wird. Mit dem Prototypen unterm Arm ging Körner zur AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH. Die war sofort bereit, etwas Neues auszuprobieren. Doch als das Cover um die erstbeste Tonne gewickelt werden sollte, haute das nicht hin. Denn auch wenn die Behälter das gleiche Fassungsvermögen haben, sind sie je nach Fabrikat unterschiedlich geformt. Zum Ausgleich muss bei den Schnitten ein Spielraum berücksichtigt werden, der bei der Montage nicht stört.

Im Frühjahr 2008 meldete sich Körner erneut bei der AWB. Diesmal klappte der Test. Die Abfallentsorger gaben jedoch zu verstehen, dass sie für etwaige Schäden am Mantel nicht aufkommen. Körner gab die Produktion in Auftrag, die erste Serie, 2500 Stück, kamen im November 2008 in Holweide an - universelle Cover für alle Tonnenfabrikate in den Größen 60 bis 240 Liter.

Der stolze Erfindern stellte seine Tonnenmäntel Ende November auf der Messe Haus und Wohnen in Köln erstmals öffentlich vor. Interessenten ließen nicht lange auf sich warten. Mittlerweile ist die Anmeldung zum Patent erfolgt, und es gibt zwei Gebrauchsmuster-Eintragungen. Von nennenswertem Umsatz könne noch keine Rede sein, sagt Körner. Angewiesen ist er auf die Einnahmen aus dem Tonc-Verkauf nicht, seinen Lebensunterhalt verdient der 46-Jährige als selbständiger EDV-Berater. Weil er überzeugt ist, dass Tonc ein Erfolg wird, hat er vorsorglich einen kaufmännischen Mitarbeiter eingestellt. Ende dieses Monats präsentiert sich die junge Firma auf der Event Manager Messe in Wiesbaden. Körner hofft, dass er dort ohne Konkurrenz auftreten wird, denn es gibt schon einen Nachahmer. Der kommt ausgerechnet aus Hamburg.



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