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Rally Dakar

18 Kilometer rückwärts

Erstellt 12.01.09, 23:06h

Bei einem Kölner Buggy-Fahrer klemmten alle Gänge, außer der Rückwärtsgang. Es ging trotzdem weiter, frei nach dem Motto: Wenns nach vorne nicht mehr geht, fährt man eben rückwärts. Solch kuriose Fahrmanöver sieht man nur bei der Rallye Dakar.

Matthias Kahle
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Rückwärts voran: Der Buggy von Matthias Kahle.
Matthias Kahle
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Rückwärts voran: Der Buggy von Matthias Kahle.
Im normalen Leben ist Thomas Schünemann Geschäftsführer eines Software-Hauses in Hamburg. Ein gemütlich dreinschauender Mittfünfziger mit schütterem Haar und Bauchansatz, der in seiner Freizeit einem nicht ganz ungefährlichen Hobby frönt: Schünemann ist Beifahrer des Kölner Rallye-Piloten Matthias Kahle, der seit Anfang Januar ein verwegen hochbeiniges Auto über die Pisten der nach Südamerika verlegten Rallye Dakar prügelt. Im Duell mit den übermächtigen Werksteams von Volkswagen und Mitsubishi darf sich das Privatteam in seinem roten HS-Buggy keinerlei Chance ausrechnen. Aber das macht nichts, Kahle und Schünemann sind mit vollem Einsatz bei der Sache - das zeigt der Umstand, dass sie die achte Etappe wegen eines Getriebeschadens 18 Kilometer lang im Rückwärtsgang zurücklegten, ehe das Bauteil wieder richtig funktionierte.

Wie fährt man auf steinigen Bergstraßen unglaubliche 18 Kilometer mit einem fest klemmenden Rückwärtsgang? „Matthias hat durch die offene Flügeltür nach hinten geschaut, eine Heckscheibe hat der Buggy ja nicht“, berichtete Schünemann, für den die eigene Herausforderung darin bestand, die Anweisungen seines Roadbooks umzurechnen. Schünemann: „Beim Rückwärtsfahren muss man in Gedanken rechts und links tauschen, um in die richtige Richtung zu fahren.“ In einigen Kurven nutzten jedoch auch die Steuerkünste des sechsmaligen deutschen Champions Kahle nichts. Navigator Schünemann musste aussteigen, um den 2,20 Meter breiten Buggy um die Ecken zu lotsen.

Rund 50 Kilometer vor dem Ziel geschah etwas, was Schünemann als „plötzliche Wunderheilung“ empfand. Das Getriebe gab gleich alle sechs Vorwärtsgänge frei. Die beiden Helden konnten nach dieser Geisterfahrt der besonderen Art einen kleinen Schlussspurt hinlegen und belegten mit gut zwei Stunden Zeitverlust den 86. Rang in der Etappenwertung. In der inoffiziell eingeführten Rückwärts-Wertung konnte es nur einen Sieger geben.



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