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Kommentar - Entlassener Trainer

Operation „Goldi“

Von Olaf Bachmann, 13.01.09, 20:12h

Der Deutsche Leichtathletik-Verband hat den Vertrag mit dem Kugelstoß-Bundestrainer Werder Goldmann soeben auslaufen lassen. Grund: Der Erfolgscoach soll im alten DDR-Dopingsystem verstrickt gewesen sein.

Seine Sportler, die jetzt für ihn kämpfen und gegen seine Entlassung protestieren, nennen ihn zärtlich „Goldi“. Diese landestypische Verniedlichung eines Namens ist ungewollt das ironischste Passwort für den Dunkel-Komplex des wiedervereinigten deutschen Sports: Weiterbeschäftigung oder Ablehnung der nach Doping-Staatsplan 14.25 arbeitenden Trainer der DDR. Zu dieser Personengruppe zählte auch Werner Goldmann. Der Deutsche Leichtathletik-Verband hat den Vertrag mit dem Kugelstoß-Bundestrainer soeben auslaufen lassen und folgte damit formal nur einer Empfehlung. Die Anti-Doping-Kommission des DOSB sieht es als erwiesen an, dass der Erfolgscoach mehrfach im DDR-Dopingsystem verstrickt war. Trotzdem hat Goldmann vor Olympia die DOSB-Ehrenerklärung unterschrieben.

Warum er das getan hat? Vielleicht hatte „Goldi“ seitens des DOSB nichts zu befürchten, er war kein Einzelfall - Siegertypen sind gefragt. Und ging es damals nicht irgendwie auch darum, demonstrativ etwas zu vereinigen statt zu spalten? Pech für Goldmann, dass ZDF-Enthüller derlei (sport-)politische Vorgaben ignorierten und nun die Ethik ins Spiel kommt. Moralisch jedoch gibt es bei der „Operation Goldi“ nur Verlierer. Der Trainer sowieso; der DOSB. der es hätte wissen müssen; und die heutigen Athleten, die um einen Betreuer kämpfen, der früher Minderjährige dopte, weil man im DDR-System angeblich nicht „Nein“ sagen konnte.



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