Von Claudia Hauser, 21.01.09, 09:55h, aktualisiert 21.01.09, 22:37h
Nein, für jeden Spaß ist er dann doch nicht zu haben, der Kölner Rechtswissenschaftler Klaus Peter Berger, der einen Rap aus dem Paragrafen 823 des Bürgerlichen Gesetzbuches gereimt hat. „Nein, nein, man klatscht beim Rappen nicht“, sagt der 47-Jährige und winkt entschieden ab, als ein Journalist den „823-Rap“ noch einmal sehen will und die umstehenden Studenten bittet, dazu zu klatschen. „Das ist ja schließlich kein Schlager.“
Der Jurist hat den zehn strophigen Rap auch nicht verfasst, um seinen Studenten ein wenig Abwechslung zu bieten. „Es ist eine Memo-Technik, eine Merkhilfe“, sagt er. Die „Rapucation“ (Rap und Education) lernte Berger in den USA kennen: „Dort wurden ganze Vorlesungen in Sprechgesänge zusammengefasst.“ Da gerade Jura der Ruf anhaftet, äußerst theorielastig zu sein, kommt Studenten wie Sofia Lagitzka der Paragrafen-Song gerade recht. „Ich finde das toll“, sagt die 30-Jährige. „Gerade für Jura ist so etwas sehr ungewöhnlich. Ich denke, die Technik kann wirklich dabei helfen, trockene Paragrafen besser behalten zu können.“ Auf „Recht“ reimt sich „schlecht“ - also textete Berger: „Eigentum, Gesundheit, ein absolutes Recht! Wer das verletzt, dem geht es wirklich schlecht!“.
Den eingängigen Beat zum Jura-Rap überlegte sich der Musikstudent Niklas Remmen aus Bonn, mit dem „Netzwerk Medien“ der Kölner Universität bastelte er daraus das fertige Stück. „Ich habe durch eine Freundin, die bei Professor Berger Vorlesungen besucht, davon erfahren“, erzählt der 25-Jährige. „Den Text gab es ja schon, der Rest war kein Problem.“ Viele Studenten haben sich den gerappten Standardparagrafen zum Schadensersatz inzwischen im Netz heruntergeladen.
Professor Berger möchte weder Geld mit seinem Rap verdienen, noch mag er den Rummel um seine Person. „Ich möchte den Studenten einfach eine andere Lerntechnik nahe bringen“, sagt er. In Prüfungen können seine Studenten allerdings nicht punkten, wenn sie anfangen zu rappen. „Aber wenn sie sich den Stoff besser merken können, indem sie ihn als Sprechgesang im Kopf haben, ist das Ziel doch erreicht.“
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