Von Helmut Frangenberg, 16.01.09, 18:56h, aktualisiert 16.01.09, 19:17h
Hauptschulen im Schullzoch - das ist immer noch eine Seltenheit. Dieses Jahr werden es nur drei der insgesamt 48 Hauptschulen sein. Es fehlt am Elternengagement und an vollen Fördervereinskassen. An der Hauptschule Borsigstraße kümmern sich ein paar Promis ehrenamtlich als Paten um einzelne Klassen. Die Berichte im „Stadt-Anzeiger“ über dieses bürgerschaftliche Engagement brachte einige Rentner auf den Plan. Sie werkeln, schweißen und sägen nun mit Jürgen Becker und den drei zehnten Klassen der Schule. „Der Karnevalswagen ist ein Anfang“, sagt Helfer Bernd Stutz. „Wir müssen immer wieder solche Projekte machen, damit die Jugendlichen eine handwerkliche Grundausbildung bekommen.“ So etwas werde auch Firmen beieindrucken, die zurzeit noch zögern, Hauptschüler als Auszubildende einzustellen.
Die meisten Schüler sind mit Begeisterung dabei, arbeiten selbstständig an der Verkleidung des großen Getreideanhängers, den der Frechener Landwirt Hermann Josef Niehl zur Verfügung gestellt hat. Doch es geht nicht nur um ein praktisches Projekt und das Gewinnen von ein bisschen mehr Selbstbewusstsein hoch auf einem Karnevalswagen. Jürgen Becker glaubt an die integrative Kraft des Fastelovends: „Wir müssen diese Jugendlichen einbeziehen, der Karneval ist die ideale Plattform für Integration.“
Bei den Hauptschülern in Ehrenfeld ist die Begeisterung für den Karneval recht unterschiedlich ausgeprägt. „Wir lieben den Karneval“, sagt die 16-jährige Djulia Jovanovic. Wagenzeichner Damian ist sich dagegen noch nicht sicher, ob er überhaupt mitgehen wird. Es mag in einigen frommen moslemischen Familien von Mitschülerinnen Probleme geben, glaubt Liridona Ramadani. „Aber das wird keine daran hindern mitzumachen.“ „Karneval ist doch super“, ergänzt Birsen Idrizov, der aus einer moslemischen Familie stammt, bevor er sich wieder an die Nähmaschine setzt.
Mit ihrem Wagen wollen die Schüler zeigen, „dass wir so viele sind“. So werden die Fahnen von 50 Nationen zum Motiv für die Kostüme. „Von Borsig über die Welt nach Ehrenfeld“ steht auf einem Schild, das stolz durch die Innenstadt getragen werden wird. Nur ein wichtiges Utensil fehlt den Schülern noch: Gesucht werden Spender für Strüßjer und Kamelle.
Nahezu repräsentativ
22.01.2009 | 09.49 Uhr | quintus prior
Es gibt in Köln nicht 48 sondern 30 Hauptschulen. Mit drei Schulen machen also 10% der Hauptschulen bei den ca. 50 Schulen - mehrheitlich sind das…
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