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Sindorfer Glashütte

Zahlreiche Zeitzeugen halfen mit

Von Wilfried Meisen, 18.01.09, 15:04h

Sechs Jahre ist es her, dass der Königsdorfer Hermann G. Grieger (70) im „Kölner Stadt-Anzeiger“ über seine Forschungen zur Geschichte der ehemaligen Sindorfer Glashütte berichtete und die Leser um Unterstützung bat: Er erhielt große Resonanz.

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Das Bild aus dem Jahr 1950 zeigt die Glasabnahme an der neuen Bandkühlanlage in der Sindorfer Glashütte.
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Das Bild aus dem Jahr 1950 zeigt die Glasabnahme an der neuen Bandkühlanlage in der Sindorfer Glashütte.
Kerpen-Sindorf - „Es gab eine ziemlich große Resonanz“, erzählt Grieger nun, der selber über 40 Jahre lang in der Glasindustrie gearbeitet hat. Zeitzeugen und ehemalige Mitarbeiter der Fabrik haben sich bei ihm gemeldet und ihm Wissen und Material zum Thema zur Verfügung gestellt.

„Viele haben mir alte Gläser gezeigt, die aus Sindorf stammen.“ Andere hatten noch Fotografien und Formbücher der Fabrik, so dass Grieger seine Forschungen vorantreiben konnte: Ein Bericht unter dem Titel „Die Glashütte Sindorf - eine geschichtliche Betrachtung“ ist mittlerweile im Internet nachzulesen und auch schon im Jahrbuch des Geschichtsvereins Pulheim veröffentlicht.

Dazu hat Grieger über 140 Sindorfer Gläser - beispielsweise Kuchenplatten, Schüsseln, Sahnekännchen - gesammelt und eine Fotodokumentation zusammengestellt. Ende des Jahres soll das Ganze nun im Rahmen einer Ausstellung im Kerpener Stadtarchiv präsentiert werden.

Doch Griegers Arbeit wird damit nicht enden: Noch gibt die Unternehmensgeschichte einige Rätsel auf, wie eine Debatte unter Glasexperten im Internetforum „Pressglas-Korrespondenz“ zeigt: Dort war 2002 ein „Musterbuch“ vorgestellt worden, das zahlreiche Zeichnungen und Erklärungen zu den in einer Fabrik entworfenen und hergestellten Glasprodukten enthielt. Um welche Fabrik es sich handelt, ist in dem Buch aber nicht erwähnt. Experten wiesen dieses Musterbuch daraufhin einer Glasfabrik im ostdeutschen Kamenz zu, die nach 1945 zu den „Vereinigten Lausitzer Glaswerken Weißwasser“ (VLG) gehörte. Für die ostdeutsche Herkunft des Musterbuches spricht auch deren Druckort in Görlitz. Doch Grieger fand im Rahmen seiner Forschungen auch zwei Musterbücher der Glaswerke in Sindorf und veröffentlichte diese ebenfalls. Schnell fiel Fachleuten daraufhin die Übereinstimmungen zwischen den Büchern aus Görlitz und Sindorf auf. „Das könnten bedeuten, dass Pressformen der Sindorfer Glashütte nach Ostdeutschland gekommen sind.“

Wie dies in den Zeiten der deutschen Spaltung vonstatten gegangen sein soll, weiß auch Grieger nicht. Immerhin: Anfang der 50er Jahre war die Abschottung zwischen den beiden deutschen Staaten noch nicht so stark wie später: „Es gab eine grüne Grenze, die Mauer stand noch nicht.“

http: / / www.pressglas-korrespondenz.de/aktuelles/pdf/pk-2008-1w-grieger-sindorf.pdf



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