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Auto-Boom

Köln im Abwrack-Fieber

Von Claudia Lehnen, 22.01.09, 20:51h, aktualisiert 23.01.09, 14:07h

Die Zeiten, in denen Dietmar Schmitt in seinem Autohaus vor Langeweile in die Tischkante beißen wollte, sind vorbei. Die Abwrackprämie beflügelt die Sehnsucht nach einem neuen Gefährt - zur Freude der Kölner Autohändler.

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Dietmar Schmitt hat schon wieder einen Peugeot verkauft. (Bild: Hennes)
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Dietmar Schmitt hat schon wieder einen Peugeot verkauft. (Bild: Hennes)
Dietmar Schmitt erlebt gerade sein Wirtschaftswunder. „Bei uns boomt es. Wir haben die besten Verkaufszahlen seit Jahren“, sagt der Standortleiter Peugeot Rheinland in Zollstock. Seit die Abwrackprämie spruchreif ist, würden die Kunden ihm den Laden einrennen. „Wir arbeiten zwölf Stunden am Tag, in der normalen Arbeitszeit ist das nicht mehr zu schaffen. Heute Morgen hat es ein Verkäufer auf fünf verkaufte Autos gebracht.“ Schmitt ist außer Atem. „Fünf Stück, an einem halben Tag!“ Der Peugeot 207, auf den es zusätzlich noch 1000 Euro Nachlass von Peugeot gibt, sei sogar für einige Tage ausverkauft gewesen.

Das Konjunkturprogramm scheint zu greifen, noch ehe es verabschiedet ist. Kölns Autohäuser verkaufen seit einer Woche nach Aussage einzelner Händler um bis zu 500 Prozent mehr Neuwagen, vornehmlich Kleinwagen und Modelle der Mittelklasse. „Wir haben so viel zu tun, dass ich eigentlich gar nicht mit Ihnen reden kann“, scherzt Reiner Gawellek, Verkaufsberater bei Opel Bauer. „Seit einer Woche machen wir Überstunden.“ Agila, Corsa, Astra, „500 Prozent mehr“ - die kleinen Modelle gingen so gut, dass Gawellek dafür plädiert, die Regierung solle die Abwrackprämie ruhig „verdreifachen.“ Schließlich ist nur Geld da für geschätzte 400 000 bis 600 000 Autos. Und das - zumindest hat Gawellek das nach den vergangenen zehn tollen Tagen im Gefühl - „könnte in drei bis vier Wochen aufgebraucht sein“.

In Hektik sollten Autokäufer trotzdem nicht ausbrechen. Das rät zumindest Maximilian Maurer vom ADAC. „Ich glaube nicht, dass der Andrang so groß ist, dass in der nächsten Woche keine Prämie mehr zu haben ist“, sagt er. Außerdem ermahnt er Autokäufer, gut zu verhandeln - und das alte Prämien-Auto erst aus dem Hut zu zaubern, wenn ein Preisnachlass rausgesprungen ist. „Es geht ja nicht, dass die Käufer kein gutes Angebot mehr bekommen, nur weil sie mit den 2500 Euro vom Staat zufrieden sind.“ 15 Prozent sollten drin sein, was mehr ist, als die Händler geben wollen. Rund zehn Prozent, mehr sei nicht drin.

Im Autohaus Yvel ist Manager Alexander Alter ein klein wenig zurückhaltender. Ja, Verträge würden abgeschlossen, aber hauptsächlich kämen die Leute zum Gucken. „Die sagen: Jetzt waren wir bei VW und Audi, jetzt kommen wir auch noch zu euch Kaffee trinken.“ Er freut sich darüber, dass nun vermutlich auch seine Leasing-Kunden von der Abwrackprämie profitieren sollen. „Diejenigen, die ein 14 Jahre altes Auto hier auf den Hof stellen, haben keine 15 000 Euro Cash. Die kommen eher für Leasing in Frage“ Für den Fall, dass die Abwrackprämie doch nicht verabschiedet wird, bietet Yvel an, eine Klausel in den Vertrag zu schreiben, dass der Kauf nichtig ist. „Wenn die Leute das Geld dann nicht zusammen kriegen, habe ich auch nichts davon.“

Bei Ford Geberzahn ist man noch vorsichtiger. „Wir wollen nicht, dass die Kunden auf den 2500 Euro sitzen bleiben. Deshalb warten wir erst einmal ab, bis das Gesetz verabschiedet ist“, sagt Irene Boch-Geberzahn. Aber mehr Interessenten gebe es in der Tat. Das Autohaus Dirkes hat mit der Abwrackprämie nicht viel zu tun. „Unsere Kunden wickeln das selbst ab“, sagt Verkäufer Michael Noweski. Kaufverträge würden aber deutlich mehr abgeschlossen, seit die 2500 Euro für den Alten locken. Viel mehr sagen kann er nicht: „Ich bin im Kundengespräch. Können Sie nach Ladenschluss nochmal anrufen?“



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