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Godorfer Hafen

Unter falschen Annahmen genehmigt?

Von Andreas Damm, 23.01.09, 19:25h, aktualisiert 30.01.09, 09:11h

Unter Umständen hat die HGK bei den Planungen für einen Ausbau des Godorfer Hafens die Politik über Jahre getäuscht: Laut eines Gutachtens existieren im Niehler Hafen noch reichlich Flächen für den Containerumschlag. Die Bürgerinitiative wehrt sich weiter gegen die Zerstörung der Sürther Aue.

Ausbau des Godorfer Hafens
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Ein Bauzaun deutet das Ende an. Für den Ausbau des Godorfer Hafens soll ein Teil der Sürther Aue geopfert werden. (Bild: Worring)
Ausbau des Godorfer Hafens
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Ein Bauzaun deutet das Ende an. Für den Ausbau des Godorfer Hafens soll ein Teil der Sürther Aue geopfert werden. (Bild: Worring)
Godorf/Sürth - Sind die Politiker im Rat über Jahre hinweg getäuscht worden? Hat die Bezirksregierung den mehr als 60 Millionen Euro teuren Ausbau des Godorfer Hafens unter falschen Annahmen genehmigt? Zerstört die Hafengesellschaft HGK das Naturschutzgebiet Sürther Aue, obwohl sie in Niehl genügend Reserveflächen hat? Der Verdacht wiegt schwer - und wird nach Auffassung einer Bürgerinitiative durch ein Gutachten bestätigt, dass die HGK selber in Auftrag gegeben hat.

Dem Aufsichtsrat ist die Untersuchung der Essener Planco Consulting GmbH bereits vorgestellt worden. Mittel- und langfristig könnten im Niehler Hafen mehr als 150 000 Quadratmeter zusätzlich für den Containerumschlag genutzt werden, heißt es in dem Gutachten, das den Hafenausbau in Godorf dennoch für nötig hält.

Die HGK hat stets hartnäckig bestritten, dass sich das Containergeschäft auf dem Gelände in Niehl steigern lässt. „Wir würden in Godorf nicht 60 Millionen Euro in den Ausbau investieren, wenn wir in Niehl genügend Reserveflächen hätten“, sagte HGK-Sprecher Rolf Küppers unlängst noch dieser Zeitung. Dieter Neef von der „Aktionsgemeinschaft Contra Hafenausbau“ hält Äußerungen wie diese eindeutig für widerlegt. Der Planco-Studie zufolge müssten die Reserven in Niehl annähernd bis 2025 ausreichen, sagt Neef.

Die Bezirksregierung hat den umstrittenen Hafenausbau in Godorf im August 2006 genehmigt. Die HGK, heißt es in dem Planfeststellungsbescheid, „hat nachgewiesen, dass sie Möglichkeiten einer Steigerung des Containerumschlags im Hafen Niehl I bereits ausgeschöpft und damit die Kapazitätsgrenzen dort erreicht hat“. Es gebe somit keine Alternative zu der Erweiterung. Auf dieser Grundlage haben auch SPD und CDU im Rat dem Ausbau zugestimmt.

„Die HGK hat den Bürgern und der Politik die Wahrheit vorenthalten“, folgert Neef. Seine Kritik reicht noch weiter. Vier von fünf Containern, die in Niehl gestapelt und künftig auch in Godorf verladen werden sollen, werden nicht mit dem Schiff transportiert, sondern mit Zügen und Lastwagen, so die Studie. „Das ist Zweckentfremdung eines Hafens, dafür darf man kein Naturschutzgebiet opfern.“

"Millionengrab" für Steuerzahler

Zeitgleich mit dem neuen Hafenbecken in Godorf will die HGK an der Geestemünder Straße in Niehl einen Lkw-Bahn-Umschlagplatz für Container bauen. Die Kosten werden voraussichtlich mehr als 60 Millionen Euro betragen. Neef und seine Mitstreiter bezweifeln, dass sich beide Vorhaben nebeneinander für den Steuerzahler rechnen. „Hier werden auf Jahre hinaus Überkapazitäten geschaffen. Nach der Kostenexplosion beim U-Bahnbau droht Köln ein weiteres Millionengrab“, warnt Helmut Feld von der Bürgerinitiative.

HGK-Sprecher Küppers lässt die Argumente nicht gelten. Der geplante Container-Bahnhof „ist kein Millionengrab, sondern eine Millioneninvestition, die sich rentiert“. Kurzfristig seien im Niehler Hafen „die Möglichkeiten zur Umstrukturierung minimal“, betont Küppers. „Mittel- und langfristig ergeben sich weitere Umstrukturierungsmöglichkeiten, die aber davon abhängen, dass bestehende Nutzungen auslaufen und nicht verlängert werden.“ Zudem brauche die HGK die neue Verladeanlagen in Godorf auch für den Massengutumschlag. „Alle Prognosen besagen, dass dieser weiter wachsen wird.“ Der Ausbau in Godorf sei trotz der Möglichkeiten in Niehl nötig, schreiben auch die Planco-Gutachter.

„Es ist richtig, neue Angebote für das Containergeschäft zu schaffen“, weiß Neef. Doch lasse sich das auch ohne die Zerstörung der Sürther Aue mit dem Bau des neuen Containerterminals an der Geestemünder Straße bewerkstelligen. In Sürth bereitet die HGK zum Unmut vieler Anwohner den Ausbau vor: Demnächst soll die Rodung beginnen.



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