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Regionale 2010

Beton weg vom Drachenfels

Von Bert Gehards, 26.01.09, 20:45h

Nach dem Architektenwettbewerb dauert die Debatte über den Umbau des Aussichtspunktes hoch über dem Rhein an. Fest steht bereits: Der klotzige Restaurantbau aus dem Jahr 1976 soll abgerissen werden. Ungewiss ist die Zukunft des benachbarten Hotelgebäudes von 1937.

Drachenfels
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Höchst umstritten bleibt der Hotelbau von 1937. Abriss oder moderner Anbau stehen hier zur Entscheidung. (Bild: Regionale)
Drachenfels
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Höchst umstritten bleibt der Hotelbau von 1937. Abriss oder moderner Anbau stehen hier zur Entscheidung. (Bild: Regionale)
KÖNIGSWINTER - Die Aussicht über das Rheintal ist grandios, der Anblick des Aussichtspunktes selbst weniger. Auf dem Drachenfels, dem meistbesuchten Berg des Siebengebirges, soll sich in den nächsten Jahren vieles ändern. Fest steht bereits: Der klotzige Restaurantbau aus dem Jahr 1976, ein Betonklotz nach damaligem Zeitgeschmack, soll abgerissen werden. Über die Frage, ob das benachbarte Hotelgebäude von 1937 ebenfalls geschleift werden soll, wird noch eifrig debattiert. Ende März will der Stadtrat von Königswinter seine Entscheidung fällen, 2010 könnten die Bagger ans Werk gehen.

Die Neugestaltung der Drachenfels-Spitze ist - gemeinsam mit der Neugestaltung des Ortskerns Königswinters vom Rhein über die Altstadt bis zum Aufstieg auf den Berg - ein Projekt der „Regionale 2010“. Die Verwirklichung wird bis nächstes Jahr nicht mehr möglich sein, doch werden bis dahin die entscheidenden Weichen gestellt sein. Die Stadt gibt sich jedenfalls entschlossen, das Strukturprogramm des Landes als Chance zu nutzen, um den verblichenen 50er-Jahre-Charme ihres Zentrums durch einen zeitgemäßeren Auftritt als Ausflugs- und Reiseziel zu ersetzen.

Aus einem Architekturbewerb, an dem sich insgesamt 23 Planungsbüros beteiligt haben, sind zwei Entwürfe als Erstplatzierte hervorgegangen, die sich vor allem in einem Punkt unterscheiden: Abriss oder Erhalt des 30er-Jahre-Hotels. Einig sind sich Planer und Jury hingegen in einem Punkt: Der Beton muss weg, das bunkerschwere 70er-Jahre-Monstrum wird auf jeden Fall entfernt. Das Gewinnerteam WES + Partner hat radikaler geplant, will auch den Altbau entfernen um ein Plateau zu schaffen, unter dem eine neue Gastronomie eingebaut würde; die Burgruine stünde wieder allein am Gipfel. Ebenfalls auf Platz eins landete der Entwurf des Ateliers Lodil und Jörg Wessendorf, der den Altbau erhalten und um einen modernen Anbau erweitern will. Ein Vorteil dieses Konzeptes: Es ließe sich auch in Etappen verwirklichen.

In der Jury wie in der Öffentlichkeit wurden und werden die Alternativen kontrovers diskutiert. Ein gewichtiges Wort hat noch die Denkmalbehörde mitzusprechen: Bisher steht der Altbau unter ihrem Schutz, der für einen Abriss erst aufgehoben werden müsste - ein Fall für Experten. Aber auch ein Fall für die Bürger, die - wie bei allen Regionale-Projekten - mitzureden aufgefordert sind. Die Ausstellung der Entwürfe in Haus Bachem in Königswinter wurde gut besucht und löste eifrige Debatten aus. Nun wird das Preisgericht Mitte März noch einmal tagen, um gewünschte Überarbeitungen der Siegerentwürfe zu begutachten. Die Anregungen aus der Bürgerschaft sollen in einer weiteren Infoveranstaltung gesammelt werden. Und am 30. März soll der Rat von Königswinter schließlich seine Grundsatzentscheidung über das Drachenfelsplateau treffen, das der städtischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft gehört.

Eine Grundsatzentscheidung hat der „Verschönerungsverein für das Siebengebirge“ bereits getroffen, dem die Zufahrtsstraße zum Drachenfelsplateau gehört - wenn auch nicht zur Frage des Hotel-Abrisses. Er wünsche sich, dass die historische Burgruine künftig wieder optisch den Höhepunkt des Drachenfels bilde, schrieb der Verein an Bürgermeister Peter Wirtz. Eine lebensfähige Gastronomie werde auf dem Plateau begrüßt - aber ohne „Großveranstaltungen mit Festivalcharakter“. Denn einem solchen Rummel würde der VVS die Zufahrtsgenehmigung verweigern.



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