Von Leyla Sadak, 28.01.09, 16:29h
Grundlage fürs Miteinander
Gemeinsam soll ein Konzept erstellt werden, mit dem eine tragfähige Grundlage für ein gemeinsames Miteinander von Menschen mit Migrationsintergrund und Einheimischen ermöglicht werden kann. Durch eine Kennenlernrunde wurde allen Teilnehmern vor Augen geführt, inwieweit sie selbst mit dem Thema Integration in Verbindung stehen. Die Verbesserung der schulischen und vorschulischen Sprachförderung, der Ausbau für Mütter und Väter mit Kinderbetreuung und die Erweiterung von Lern-, Förder-, und Freizeitangeboten für Kinder und Jugendliche im außerschulischen Bereich waren nur einige von vielen Zielen, die dann als Grundlage für den Workshop entwickelt wurden. Eine Teilnehmergruppe beschäftigte sich anschließend mit der Integration von jugendlichen Migranten und Migrantinnen. „Ich finde, es wird viel unternommen, wobei Schüler - darunter natürlich auch Migranten - zum Beispiel Kirchen oder Museen besuchen und kennenlernen. Aber es gibt halt wenige Möglichkeiten auch einen Blick in die andere Welt zu werfen, beispielsweise Moscheen zu besichtigen und zu erfahren, wie dort alles funktioniert. Dieses Kennenlernen beider Seiten ist ein wichtiger Punkt in der Integrationsfrage“, erklärte eine Schülerin der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule. Einer ihrer Mitschüler fügte hinzu, dass Anpassung nicht gleich Integration heißt, sondern dass das Kennenlernen unterschiedlicher Kulturen sowie die Zusammenarbeit untereinander eine sehr große Rolle spielen.
Die Jugendlichen, die auf sehr viel Unterstützung durch die Vertreter der Stadtverwaltung für Jugendarbeit, Josef Nieder und Dezernent Marc Adomat, trafen, trugen mit ihren Erfahrungen und Wahrnehmungen sehr viel zur Diskussion bei. So ergaben sich schnell kleine Lösungsansätze, wie Jugendliche mit Migrationshintergrund noch effektiver unterstützt werden können. Natürlich gibt es schon zahlreiche Angebote dieser Art, wird der eine oder andere sagen.
Marode JugendhäuserDoch es kam auch zur Sprache, dass zum Beispiel viele Jugendhäuser ziemlich heruntergekommen sind, so dass sich die meisten Jugendlichen lieber in Wiesdorf oder in Opladen am Busbahnhof aufhalten. Viele bestehende Angebote würden zudem nicht ausreichend genug bekannt gemacht. Da es einen hohen prozentualen Anteil an Schulabbrechern mit Migrationshintergrund gibt und da Bildung für den weiteren Lebensweg ein entscheidender Faktor ist, beschloss man dafür ein spezielles Projekt zu konzipieren. Motto: „Jugendliche unterstützen und beraten Jugendliche in Berufs- ,Schul- und Studienmöglichkeiten.“ Jugendliche erreichen andere Jugendliche am besten, in dem sie ihnen möglicherweise von eigenen Erfahrungen und Laufbahnen erzählen. Dadurch entsteht Verantwortungsbewusstsein, aber auch Motivation. Jugendliche Migranten werden darin unterstützt, Vorbilder zu sein oder zu werden. Mit Hilfe von Flugblättern und der persönlichen Ansprache soll das Projekt bekannt gemacht werden. Dabei sollten auch die Schulen und vor allem die Schülervertretungen mit einbezogen werden. Die Schulen sind schließlich ein zentraler Punkt, wenn es darum geht, Schüler mit oder auch ohne Migrationshintergrund zu erreichen und ihnen zu zeigen, wie viele Möglichkeiten ihnen offen stehen und wo sie sich informieren können, wenn sie sich dementsprechend bemühen.
Dieser Projektvorschlag fand bei den Teilnehmern großen Anklang und soll so schnell wie möglich umgesetzt werden.
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