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„Staatsanwalt für den Ort“

Nur drei Täter rückfällig

Von Jan Sting, 28.01.09, 18:27h

Ende 2007 feierte in Bergheim das Modell „Staatsanwalt für den Ort“ Premiere, bei dem Jugendliche, die erstmals straffällig geworden sind, sofort einen Termin bei Polizei, Jugendgerichtshilfe und dem Staatsanwalt erhalten.

Bergheim - Gestern zogen die beteiligten Behörden - das sind die Stadtverwaltung Bergheim, die Staatsanwaltschaft Köln, die Kreispolizeibehörde und der Rhein-Erft-Kreis - Bilanz.

Dass so zeitnah zur Straftat eine Reaktion erfolgt, ist neu an dem Modell, das im Kreis auf viel Aufmerksamkeit stieß. Der prompte Warnschuss soll abschreckende Wirkung haben. Und wie Staatsanwalt Christof Degenhardt erläuterte, ist die Erfolgsquote beachtlich. 88 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 18 Jahren nahmen an bisher fünf Terminen teil, drei junge Leute wurden rückfällig. Beigeordneter Peter Ludes hob die vorbeugende Idee des Projekts hervor. Kriminelle Karrieren sollten gar nicht erst entstehen. Langfristig rechne man mit dem Rückgang der Kriminalitätsrate.

Das Projekt Staatsanwalt für den Ort ist eingebettet in ein städtisches Handlungskonzept für Sicherheit und Ordnung. Ludes erklärte, dass auch in anderen Bereichen einiges geschehen müsse, um die Jugendkriminalität einzudämmen. Ob neben den zwei neuen Streetworkern zusätzliches Personal eingestellt werde, könne zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden. Die Streetworker arbeiten mit den Ersttätern auch in Präventionskursen zusammen, die laut Ludes vielfach offenbaren, „dass Jugendliche ihre Straftaten in der Regel spontan ausführen, ohne über die Konsequenzen für Opfer und Täter nachzudenken“.

Bürgermeisterin Maria Pfordt hob hervor, dass Jugendliche in ihrer Entwicklung zu stärken seien. „Sie müssen aber auch zur Kenntnis nehmen, dass strafbare Handlungen Konsequenzen nach sich ziehen und das zeitlich nah.“ 2009 sollen monatlich die so genannten Diversionstage angesetzt werden, bei dem die Ersttäter zuerst von der Polizei vernommen werden. Dann haben sie ein Gespräch mit der Jugendgerichtshilfe. Zuletzt erscheinen sie beim Staatsanwalt, der eine erzieherische Maßnahme verhängt.

Alle Jugendämter

Die Delikte, die den bisher teilnehmenden 88 Jugendlichen zur Last gelegt werden, reichten von Beleidigungen, Bedrohungen, Körperverletzungen, Eigentumsdelikten bis hin zu Sachbeschädigung und Verkehrsdelikten. Keines der Vergehen war laut Stadtverwaltung so schwerwiegend, dass es zur Gerichtsverhandlung kam. Im Dezember nahmen erstmals die Kommunen Bedburg und Elsdorf an dem Projekt teil. Künftig werden auch straffällige Jugendliche aus Pulheim bei den Diversionstagen in Bergheim erscheinen - damit sind alle Jugendämter im Amtsgerichtsbezirk Bergheim beteiligt.



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