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Ypsilanti-Nachfolger

Twitter-Skandal um Schäfer-Gümbel?

Von Jan-Philipp Hein, 30.01.09, 00:36h

Die Blogosphäre ist in Aufruhr! „Torsten Schäfer-Gümbels Twitter-Betrug aufgedeckt“ heißt es schwer investigativ bei „opponent.de“. Andere bloggen „Gümbel lügt!“ oder kreieren gleich die „Twitter-Affäre.“

Schäfer-Gümbel
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Thorsten Schäfer-Gümbel. (Bild: ddp)
Schäfer-Gümbel
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Thorsten Schäfer-Gümbel. (Bild: ddp)
Der hessische SPD-Spitzenkandidat Schäfer-Gübel hatte im Wahlkampf das Image eines technikaffinen Machers gepflegt. Einer, der seine Wähler direkt anspricht - via Twitter. Anders als per SMS kann man kurze Textnachrichten via Twitter an die ganze Welt verschicken. Und so meldet sich „tsghessen“, wie der Ypsilanti-Nachfolger bei Twitter heißt, mehrmals täglich: „Was ein Tag. Elefantenrunde beim HR, PK zu Stellenabbau und Flughafen. danach SAT 1 und jetzt nach Rotenburg.“ Oder: “Der Kaffee war gut, heute morgen hätte ich am liebsten eine ganze Plantage getrunken.“ So sieht Politikerauthentizität in diesen Zeiten aus.

Und dann das: „Hallo an die ersten 2004 Follower. Weil wir die Regierungsübernahme 2014 planen, lade ich Follower 2014 in Wiesbaden zum Essen ein.“ - Follower sind im Twitter-Universum die, die TSGs Nachrichten abonniert haben. Die Einladung löste einen Sturm im deutschen Blog-Universum aus. Denn offenbar hatte TSG nicht selbst getwittert, sondern sein Online-Berater Oliver Zeisberger. Die Dinner-Einladung fand sich nämlich zuerst auf dessen Twitterseite, wurde dort eilig gelöscht und auf dem TSG-Kanal dann erneut verschickt. Ein Gebaren, als wolle man einen peinlichen Fehler ungeschehen machen.

Was für ein Skandal! „Torsten Schäfer-Gümbels Twitter-Betrug aufgedeckt“ heißt es schwer investigativ bei „opponent.de“. Andere bloggen „Gümbel lügt!“ oder kreieren gleich die „Twitter-Affäre.“ - Nur eins haben sie alle nicht getan, die Blogger: Schäfer-Gümbel oder Zeisberger um eine Stellungnahme gebeten.

Man muss nicht glauben, was Oliver Zeisberger auf Nachfrage mitteilt. Thorsten Schäfer-Gümbel sei unterwegs gewesen, sein Handy, von dem aus er Twitter nutzt, habe keine Internetverbindung gehabt und die Nachricht habe dringend raus gemusst, da der 2014te „Follower“ sehr bald zu erwarten gewesen sei. Deshalb habe eben Zeisberger als TSG getwittert und dabei den Fehler gemacht, die News erst auf seinem persönlichen Twitter-Kanal zu versenden.

Das scheint plausibel und gehört zur ganzen Geschichte, die Skandalrausch der Blogger unterging, weil nicht nachgefragt, sondern nachgequatscht wird.



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