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Innerer Grüngürtel

Das große Grün in urbaner Fassade

Von Claudia Hauser, 31.01.09, 14:30h, aktualisiert 31.01.09, 14:32h

Ein 90 Jahre alter Plan soll vollendet werden: Der Innere Grüngürtel um die City, der im Süden derzeit an der Luxemburger Straße endet, soll bis 2023 zum Rhein verlängert werden. Er könnte künftig auch das Gelände des kaum noch genutzten Güterbahnhofs einbeziehen. Studenten stellen im Stadthaus ihr Modell vor.

Masterplan Köln
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Im Süden stellt das frei werdende Großmarktareal eine große Chance dar. Die Planung könnte im Zuge einer Bewerbung um die Bundesgartenschau 2021 ausgeschrieben werden. Die Architekten schlagen vor, hier eine städtische Kunsthalle anzusiedeln, eventuell in Kombination mit einer öffentlichen Markthalle und Gastronomie. Dazu könnte der Grüngürtel an dieser Stelle Richtung Süden und Rhein verlängert werden. (Bild: Grönert)
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Im Süden stellt das frei werdende Großmarktareal eine große Chance dar. Die Planung könnte im Zuge einer Bewerbung um die Bundesgartenschau 2021 ausgeschrieben werden. Die Architekten schlagen vor, hier eine städtische Kunsthalle anzusiedeln, eventuell in Kombination mit einer öffentlichen Markthalle und Gastronomie. Dazu könnte der Grüngürtel an dieser Stelle Richtung Süden und Rhein verlängert werden. (Bild: Grönert)
Deutz/Südstadt - Es ist ein städtebaulicher Wunschtraum, den schon der Architekt und Städtebauer Fritz Schumacher hatte, als er 1919 den Inneren Grüngürtel plante: ein geschlossener Park, der ringförmig durch die ganze Stadt verläuft. Das südliche Teilstück war jedoch damals schon genutzt, der Güterbahnhof nahm einen großen Teil entlang der Bonner Straße ein. So musste der Grüngürtel an der Luxemburger Straße unterbrochen werden. Der Güterbahnhof wird heute - 90 Jahre später - kaum noch genutzt. Vielleicht ist das die Chance, den Grüngürtel im Süden Kölns bis an den Rhein zu verlängern.

Realistisches Ziel

24 Studenten von sechs Hochschulen aus Deutschland, den Niederlanden und Kanada haben anlässlich des Architektur-Forums „plan 08“ ein 25 Quadratmeter großes Modell gebaut, das zeigt, wie sich das ursprüngliche Konzept eines Rings vollenden ließe. Getragen wird die Idee auch von dem Vorhaben der Stadt, sich für die Bundesgartenschau 2023 zu bewerben. „Bundesgartenschauen müssen grün sein“, sagt Baudezernent Bernd Streitberger bei der Präsentation des Modells in der Magistrale des Stadthauses Deutz. „Bis 2020 soll der Großmarkt geräumt sein - das Ziel, den Gürtel bis 2023 zu vollenden, ist also realistisch.“

Im Beisein von Joachim Bauer vom Amt für Landschaftspflege und Grünflächen erklären Architekt Thomas Knüvener von der RWTH Aachen und Landschaftsarchitekt Johannes Böttger von der Leibniz Universität Hannover ihre fünf Thesen für das Kölner Grün. „Der Grüngürtel könnte so bedeutend werden wie der Dom“, sagt Knüvener. Dazu müssten zunächst alle Lücken geschlossen werden. Die beiden Architekten setzen auf „Bigness“. „Die einzelnen Parks, die den Gürtel ausmachen, sollen nicht nur Verbindungen sein, sondern jeder für sich eine gewisse Größe haben“, sagt Knüvener.

In Park und Stadt zugleich

Als Fortsetzung der Konzeption Schumachers könnten offene Flächen auch für kleinere Sportplätze genutzt werden, außerdem soll eine unmittelbare Nähe beliebter Wohnviertel zum Grünen gewährleistet bleiben. „Durch die urbane Fassade kann man mitten in der Stadt sein und trotzdem im Park“, sagt Böttger. Als letzten Punkt wünscht er sich den „Bahnring als Partner“. Den markanten, durchgängigen Eisenbahnring erkannten auch die Studenten als Potenzial. Entlang dieses Rings könnten neue Wege entstehen, Brückenbauwerke und das Gleisdreieck am Volksgarten könnten Teil eines Parks werden. „Damit der Grüngürtel auch von außerhalb erreichbar wird, sollte eine neue S-Bahn-Haltestelle »Bonner Straße« entstehen“, meint Knüvener.

Das sind große Pläne für ein großes Ziel und Joachim Bauer weiß, dass die Konkurrenz der Bewerber für die Bundesgartenschau 2023 groß ist.

Das Modell ist bis Freitag, 13. Februar, im Stadthaus Deutz ausgestellt. Öffnungszeiten: Mo bis Fr 8-16 Uhr, Mi bis 18 Uhr.



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