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Gratis-Abos

Sarkozy-Vorschlag stößt auf Ablehnung

Erstellt 27.06.09, 14:05h

Kostenlose Zeitungsabos für 18-Jährige? Deutsche Medienpolitiker lehnen diesen Vorschlag von Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy. Regelmäßige Lektüre lasse sich nicht durch „Zwangsbeglückung“ erzwingen, so der Tenor.

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Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy. (Bild: dpa)
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Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy. (Bild: dpa)
BERLIN - Der Vorschlag von Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy, 18-Jährigen einjährige Gratis-Abonnements von Zeitungen anzubieten, stößt bei Medienpolitikern im Bundestag auf Ablehnung. "Eine solche Zwangsbeglückung zur Förderung der Zeitungslektüre ist wenig erfolgversprechend", sagte der Vorsitzende des Kultur- und Medienausschusses, Hans-Joachim Otto (FDP), der Deutschen Presse-Agentur dpa. Er rät dagegen, in den Schulen sehr viel stärker als bisher den Umgang mit Zeitungen zu lernen. "Das sollte in die Unterrichtspläne fest aufgenommen werden", sagte Otto.

Ähnlich argumentierte der SPD-Medienpolitiker Siegmund Ehrmann. Der Ansatz von Sarkozy sei gut, mehr für die seit Jahren vor allem bei jungen Leuten zurückgehende regelmäßige Zeitungslektüre zu tun, sagte der Vize-Vorsitzende des Kulturausschusses der dpa. Besser sei es aber, dies über die Nachfrage zu erreichen. "Ich sehe hier den Staat nicht in der Pflicht", sagte er. Ehrmann schlägt vor, dass die Verlage ähnlich wie in Flughäfen auch in den Schulen mehrere Zeitungsexemplare auslegen. Privatleute sollten dafür Patenschaften übernehmen.

Sarkozy hatte im Rahmen eines umfangreichen Hilfspakets für die Presse vorgeschlagen, dass die Zeitungsverlage jungen Menschen zu ihrer Volljährigkeit ein Jahresabonnement schenken. Der Staat wolle dann den Vertrieb unterstützen. Auch die von dem französischen Präsidenten anvisierte Befreiung der Verleger von der Gewerbesteuer stößt im Bundestag auf wenig Zuspruch. Für Otto ist es besser, wenn es keinen "Verdrängungswettbewerb" der öffentlich-rechtlichen Anstalten zulasten der Online-Angebote der Verlage gebe.



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