Von Sebastian Knoppik, 28.01.09, 21:04h
Spenden über das Internet wird immer beliebter. Nach einer aktuellen Studie der GfK-Marktforschung in Nürnberg wurde im Jahr 2007 immerhin etwa jeder sechste Euro online gespendet. „Das Internet ist die Zukunft für spendensammelnde Organisationen“, bestätigt Daniela Felser, Geschäftsführerin des Deutschen Spendenrats in Berlin.
Alle großen Hilfsorganisationen und auch viele kleine Initiativen und Verbände bieten die Möglichkeit, online zu spenden. Die Spendenportale versuchen, potenzielle Spender und geeignete Organisationen oder Projekte zusammenzubringen. Das sei durchaus eine gute Sache, meint Georg Tryba, Sprecher der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. „Voraussetzung ist natürlich, dass die Portale transparent sind.“ Die Nutzer sollten also leicht erkennen können, was mit ihrem gespendeten Geld geschieht.
Spendenweiterleitung ohne Abzüge
Geprüft werden sollte auch, ob das Spendenportal Gebühren berechnet: „Die Frage ist, wie viel geht von der Spende dafür weg“, sagt Tryba. Auch Daniela Felser vom Deutschen Spendenrat sieht hier den Knackpunkt: „Ein Spendenportal sollte unserer Auffassung nach die Spende zu nahezu 100 Prozent an die Vereine und Organisationen weitergeben. Schließlich bedeutet es für das Portal keinen großen Aufwand, die Spendensumme zu überweisen.“
Das Portal Betterplace beispielsweise verspricht die Weiterleitung der Spenden zu 100 Prozent. Auf der Seite können sich Spendenprojekte präsentieren. Die Besucher des Portals können für Projekte ihrer Wahl Spenden abgeben. Von der Hilfe für kriegstraumatisierte Kinder in Bosnien über den Wiederaufbau eines Kinos im Westjordanland bis zum Kinderhospiz in Leipzig sind die unterschiedlichsten Hilfsaktionen vertreten. Die einzelnen Projekte werden von Betterplace aber nicht geprüft. Das übernimmt die Internet-Gemeinschaft. Nutzer können Spendenaktionen bewerten und Kommentare abgeben.
Einen anderen Ansatz verfolgt das Portal Helpedia, das im Februar mit dem Angebot Elargio zusammengeführt wurde. „Wir nehmen nur Organisationen auf, die ihre Gemeinnützigkeit mit einem Freistellungsbescheid des Finanzamtes nachweisen“, erklärt Gründer und Geschäftsführer Achim Ritzmann. Auch bei Helpedia werden die gesammelten Spenden nach Angaben der Betreiber ohne Abzug an die Hilfsorganisationen weitergeleitet.
Die eigene Spendenkampagne
Helpedia bietet zwei Wege für die gute Tat. Zum einen können Nutzer direkt an eine Hilfsorganisation spenden. Es ist aber auch möglich, individualisierte Spendenkampagnen anzustoßen. „Wer etwa zu seiner Geburtstagsfeier keine Geschenke möchte, sondern lieber Spenden an eine bestimmte Organisation, kann bei uns eine Charity-Aktion einrichten“, erklärt Ritzmann. Hier können die Gratulanten - und grundsätzlich auch alle anderen Spendenwilligen -dann online ihre Spenden und einen entsprechenden Kommentar abgeben. Auf gleiche Weise ist es möglich, beispielsweise Sponsoren für den Spendenlauf einer Schule oder eines Betriebes über das Portal einzuwerben.
Egal ob bei einem Spendenportal oder auf der Straße: Bevor man spendet, sollte man sich genau über die Organisation informieren. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI), das Spendenorganisationen bewertet, vergibt das sogenannte Spendensiegel. „Das Spendensiegel ist ein Zeichen für die Seriosität einer Organisation“, sagt Spendenrat-Geschäftsführerin Felser. (dpa)
Hintergrund: Spenden bei Organisationen ohne Spendensiegel
Linktipp: Homepage von betterplace
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