Von Markus Decker, 28.01.09, 23:59h, aktualisiert 29.01.09, 00:07h
Die Network Deutschland GmbH ließ ein Schriftgutachten anfertigen, das zu dem Ergebnis führte, dass ein bestimmter Mitarbeiter mit großer Wahrscheinlichkeit die Strafanzeige verfasst hatte. Dabei wurden auch Informationen wie die Kontonummer der Ehefrau, Schreiben an den Betriebsrat und Besprechung beim Betriebsrat an die Network Deutschland GmbH übermittelt. Dem Mitarbeiter wurde gekündigt, Arbeitsgerichte erklärten dies später für unwirksam.
Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Wolfgang Bosbach, kritisierte den Vorgang: „Das ist unter keinem Gesichtspunkt zu rechtfertigen. Natürlich ist es für Herrn Mehdorn ärgerlich, wenn er grundlos angeschwärzt wird. Aber wenn Herr Mehdorn als Privatmann denunziert wird, dann muss sich Herr Mehdorn als Privatmann dagegen wehren.“ Bosbach fuhr fort: „Offenbar meint man da, der Zweck heiligt die Mittel. Doch dieser Zweck heiligt die Mittel nicht.“ Die jetzt bekannt gewordene Überprüfung von 173.000 Bahn-Mitarbeitern sei „völlig unverhältnismäßig“, so der CDU-Politiker.
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