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Finanzierung

Geldnot im Studium

Erstellt 02.02.09, 14:38h, aktualisiert 02.02.09, 15:26h

Was tun, wenn am Ende des Studiums kein Geld mehr da ist? Mit Nebenjobs ist es meist nicht getan. Nur eine zuverlässige Finanzhilfe kann die ohnehin schon mit Zeitnot und Leistungsdruck beladene Abschlussphase vor der Pleiten-Katastrophe retten.

Bafög
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Nicht alle Studenten haben während der Examensphase genug Geld.(Bild: ddp)
Bafög
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Nicht alle Studenten haben während der Examensphase genug Geld.(Bild: ddp)
Leistungsdruck, Zeitnot und Selbstzweifel - die Examensphase bedeutet in der Regel Stress pur für Studenten. Damit nicht auch noch Geldsorgen hinzukommen, informieren sie sich besser rechtzeitig über Finanzhilfen für die Abschlusszeit. Denn für einen Nebenjob reicht in dieser Phase oft die Zeit nicht mehr. Dann muss nicht unbedingt gleich ein Bankkredit her - es gibt auch andere Angebote, die Studenten zuerst prüfen sollten.

Abschlussdarlehen

Eine Alternative zu Studienkrediten von der Bank sind zum Beispiel spezielle Abschlussdarlehen von den Studentischen Darlehenskassen. Die Darlehen seien zum Teil zinslos, und daher günstiger als ein gewöhnlicher Kredit, sagt Achim Meyer auf der Heyde vom Deutschen Studentenwerk (DSW) in Berlin.Um ein solches Darlehen zu bekommen, müssten Studenten schriftlich erklären, dass sie in einer Notsituation sind, erklärt Peter Schink von der Darlehenskasse (Daka) Nordrhein-Westfalen in Köln. "Die Bearbeitung geht dann recht flott, innerhalb von zwei bis drei Wochen." Belege für die Bedürftigkeit wie beim Bafög müssten die Antragsteller nicht beibringen. "Allerdings brauchen sie eine Bürgschaft, das stellt viele vor ein Problem."

Auch verzichten die Kassen nach Angaben der Stiftung Warentest in Berlin auf eine Abfrage von Schufa-Daten, um die Kreditwürdigkeit zu prüfen. Allerdings sind die Bedingungen je nach Region sehr unterschiedlich. Als Abschlussphase können die letzten zwei, aber auch die letzten vier Semester gelten. Auch die Förderhöhe fällt jeweils anders aus: Sie liegt in Nordrhein-Westfalen in der Regel bei maximal 7500 Euro innerhalb von zwölf Monaten, in Berlin sind es bis zu 9000 Euro, in Bayern richtet sie sich nach dem Bafög-Bedarfssatz.

KfW-Förderbank

Auch ein Gang zum Bafög-Amt kann sich vor der Prüfungszeit lohnen. Das gilt auch für Bewerber, die schon einmal abgelehnt wurden: "Die Konditionen haben sich geändert und damit auch der Kreis der Förderberechtigten", sagt DSW-Generalsekretär Meyer auf der Heyde. Bafög hat den Vorteil, dass Studenten die Hälfte des Förderbetrags vom Staat geschenkt bekommen. Die andere Hälfte ist ein zinsloses Darlehen. Allerdings ist der Anspruch vom Einkommen der Eltern abhängig. Die Prüfung der Bedürftigkeit kann Monate dauern, daher sollte ein Antrag so früh wie möglich eingereicht werden. Für Bafög-Empfänger gibt es außerdem einen zusätzlichen Weg, eine Finanzspritze fürs Examen zu ergattern: Endet der Bafög-Anspruch vor dem Abschluss, können Studenten für zwölf Monate ein zinsgünstiges Bankdarlehen der KfW-Förderbank beantragen. Die Förderung läuft dann quasi weiter, nur müssen Studenten sie dann voll und mit Zinsen zurückzahlen. Der Vorteil ist, dass alles vom Bafög-Amt geregelt wird. Bewerber müssen also nicht selbst bei der Bank vorsprechen und etwaige Sicherheiten vorweisen.

Wer kein Bafög bekommt, kann für die Prüfungszeit bei der KfW-Bank auch einen Bildungskredit beantragen. Das Darlehen beträgt 300 Euro monatlich und wird maximal zwei Jahre lang gezahlt. Hierbei fallen zwar ebenfalls Zinsen an, dafür gibt es keine Auswahlverfahren wie bei Studienkrediten von privaten Banken. Der Bildungskredit ist also unabhängig vom eigenen Einkommen oder dem der Eltern, und es sind auch keine Sicherheiten vorzulegen. Um es zu erhalten, müssen Studenten aber die Zwischenprüfung abgelegt haben.

Erst wenn diese Finanzierungsinstrumente ausgeschöpft sind, sollten Examenskandidaten über einen Studienkredit nachdenken. Dann müssen sie vor allem auf die Art der Zinsen achten. So sei der Zins bei einigen Instituten festgelegt, bei anderen richte er sich nach dem Marktzins, sagt Kerstin Backofen, Redakteurin bei der in Berlin erscheinenden Zeitschrift "Finanztest", die Studienkredite von 64 Banken und Sparkassen getestet hat (Ausgabe 09/2008). Variable Zinsen haben den Nachteil, dass Kreditnehmer nicht genau ausrechnen können, wie viel sie am Ende zurückzahlen müssen. "Die besten Verträge sind die mit festem Zins, da kann man über die gesamte Laufzeit kalkulieren."

Studenten müssen also nicht nur fleißig büffeln, sondern auch genau ihre Finanzen durchrechnen, wenn ihr Abschluss ansteht. Vorschnell sollten sie sich dabei nicht für ein Abschlussdarlehen entscheiden, damit sich das Angebot später nicht zur Schuldenfalle entwickelt. Lohnen kann sich der Schritt aber durchaus, wenn er den Abschluss erleichtert oder beschleunigt. Ulrich Müller vom Centrum für Hochschulentwicklung in Gütersloh rät deshalb: "Es ist eine Investition ins eigene Leben - die aber gut überlegt sein will."

Jobben kann den Abschluss verzögern

Wer neben der Uni jobbt, hat weniger Zeit, sich auf den Abschluss vorzubereiten. Dennoch arbeitet nach der Studie "unicensus" der Beraterfirma univativ in Darmstadt mehr als die Hälfte der Studenten (54 Prozent) zwischen 5 und 20 Stunden die Woche. "Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich dadurch der Studienabschluss verzögert", sagt Ulrich Müller vom Centrum für Hochschulentwicklung in Gütersloh. Auf der anderen Seite könne ein Nebenjob aber auch eine Chance sein. Dass gelte zum Beispiel, wenn sich dadurch wichtige Kontakte für das Berufsleben ergeben. (dpa)



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