Von Tobias Christ, 03.02.09, 18:29h, aktualisiert 04.02.09, 11:58h
Das Netzwerk von Radiologen, Nuklearmedizinern oder Strahlentherapeuten bietet bereits jetzt Dienstleistungen zur Diagnose und Behandlung innerer Krankheiten an zahlreichen Standorten im Rheinland an - von der Röntgenaufnahme bis zur Strahlentherapie für Krebs-Patienten.
Kooperation
„Ambulante Angebote werden am Krankenhaus gebündelt“, erklärt RNR-Geschäftsführer Dr. Winfried Leßmann das Konzept. Mit dem Wesselinger Krankenhaus wollen die rund 20 Ärzte und Arzthelferinnen, die künftig im radiologischen Zentrum beschäftigt sein werden, eng zusammenarbeiten. Dazu gehört auch, dass Röntgenbilder und Befunde den Krankenhaus-Ärzten via Internet in kürzester Zeit zugeleitet werden. Eine ähnliche Kooperation ist mit den niedergelassenen Ärzten in Wesseling geplant.
Rund 30 Prozent der Patienten werden künftig vom Krankenhaus an das Zentrum überwiesen, schätzt Leßmann. Auch das Krankenhaus könnte durch die enge Zusammenarbeit neue Patienten bekommen. Durch die auch für Dickleibige entwickelten Spezialgeräte kommt es zudem seinem Ziel näher, eines Tages als Darm- und Adipositaszentrum zertifiziert zu werden. Profitieren sollen nicht zuletzt die Wesselinger Patienten, die für eine Diagnose mit dem Kernspintomographen bislang nach Köln oder Brühl fahren müssen. Auch eine Strahlentherapie ist bislang nur in Bonn oder Köln möglich. Die Wege werden also kürzer.
Viel Geld will das RNR für die Erweiterung der technischen Ausstattung ausgeben. Als das Netzwerk im Herbst 2008 die reichlich beengte Radiologie des Krankenhauses übernahm, schaffte es bereits zwei Röntgengeräte und den „Big Bore“ an. Für das neue radiologische Zentrum sollen zwei Kernspintomographen gekauft werden - einer davon für übergewichtige Patienten. 2,5 Millionen Euro will das RNR in die neue Technik investieren, allein 1,8 Millionen wird ein neuer Linearbeschleuniger kosten, mit dem Tumore aller Art behandelt werden können. Krankenhaus-Geschäftsführer Dr. Johannes Güsgen ist froh, im RNR einen solventen Partner gefunden zu haben: „Das Krankenhaus allein könnte sich die Geräte gar nicht leisten, weil sie nicht ausgelastet wären.“
Neue Liegendanfahrt
Hohe Ausgaben kommen dennoch auf das Krankenhaus zu. Der Neubau an der Liegendanfahrt wird rund fünf Millionen Euro kosten. Zwei Stockwerke à 800 Quadratmetern Nutzfläche sind geplant, das radiologische Zentrum wird die obere Etage in Beschlag nehmen. Ein besonderer Raum wird der Bunker für den Linearbeschleuniger sein. Um die Außenwelt vor den Strahlen zu schützen, wird das Gerät von 1,80 Meter dicken Wänden aus Spezialbeton umgeben. Der Baubeginn ist für April 2009 vorgesehen.
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