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Umstrittene Rodung

Friedlicher Protest in der Sürther Aue

Von Ulrike Süsser, 03.02.09, 20:57h, aktualisiert 06.02.09, 15:40h

SÜRTH - Hubschrauber mit Infrarotkamera war beim Widerstand gegen die Rodungen im Einsatz. Die Hafengegner hatten kaum eine Chance, die Arbeiten zu behindern. Das Polizeiaufgebot war immens.

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Hohe Zäune zur Absperrung und mehr Polizisten als Demosntranten prägten das Bild in der Sürther Aue. (Bild: Süsser)
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Hohe Zäune zur Absperrung und mehr Polizisten als Demosntranten prägten das Bild in der Sürther Aue. (Bild: Süsser)
Am frühen Morgen begann gestern die umstrittene Rodung des Naturschutzgebietes Sürther Aue. Die Polizei rückte mit mindestens 50 Mannschaftswagen an und riegelte das Gelände weiträumig ab. Einige Demonstranten blockierten zunächst ein Raupenfahrzeug und behinderten die Zufahrt zum Naturschutzgebiet. Nach mehrfacher Aufforderung machten sie den Weg frei. „Wir haben die Arbeiten wenigstens eine Stunde lang aufgehalten“, sagte der Hafengegner und Grünen-Politiker Manfred Giesen.

Es war ein friedlicher Protest. Die Zahl der etwa 300 Einsatzkräfte überstieg die der Demonstranten deutlich. Die nahmen ihre Unterlegenheit mit Humor: „Es ist sehr grün hier.“

Ein Hubschrauber der Polizei überflog das neun Hektar große, dicht bewachsene Naturschutzgebiet. Mit einer Infrarotkamera wurde die Fläche nach Protestlern abgesucht. Angesichts der hohen Zäune, die nun das Naturschutzgebiet umgeben, fühlten sich die Demonstranten „ausgekesselt“. Im Gegensatz dazu seien die dort lebenden Tiere eingesperrt. Sie hätten keine Möglichkeit zu fliehen, kritisierten die Hafengegner. Laut HGK sind jedoch extra Schlupflöcher geschaffen worden.

Die Arbeiten werden bis Ende Februar dauern. So lange wird die Polizei die Rodung begleiten, freilich nicht in der hohen Mannschaftsstärke, sagte Polizeihauptkommissar Klaus-Dieter Kromrey. Auch die Mahnwache will bis zum Ende der Arbeiten durchhalten.

Mit Spannung erwarteten die Bürger den Oberbürgermeisterkandidaten von Rot-Grün, Jürgen Roters. „Ich wünsche mir, dass er sich für einen Baustopp ausspricht“, meinte einer. Den Gefallen tat ihnen der Politiker nicht. Jürgen Roters kündigte angesichts neuer Gutachterergebnisse an, dass er Gespräche mit der HGK führen werde, machte ansonsten keine Versprechungen. Er habe schon vor der Kandidatur deutlich gesagt, dass er den Hafenausbau befürworte. Zu den Grünen gebe es in Einzelpunkten verschiedene Auffassungen.

Eine gewisse „Nachdenklichkeit“ habe man wenigstens festgestellt, meinten Helmut Feld von der Aktionsgemeinschaft „Contra Hafenausbau“ und Paul Kröfges, der Landesvorsitzende des BUND. Sie führten mit Roters ein „Sechsaugengespräch“ im Tipi. Mit einer weißen Feder im Knopfloch kam Roters wenig später aus dem Indianer-Zelt und diskutierte ausführlich mit den Bürgern.

Antrag der Grünen

Roters war nicht der einzige, der sich am Dienstag bei den Hafengegnern blicken ließ. Barbara Moritz, Fraktionschefin der Grünen, und der Oberbürgermeister-Kandidat der FDP, Ralph Sterck, erklärten sich vor Ort mit den Ausbaugegnern solidarisch. Am 10. Februar wollen die Grünen im Rat einen Antrag für sofortigen Baustopp einbringen. Sterck will über das Innenministerium einen Aufschub der Arbeiten erreichen. Von der Fraktion „Die Linke“ unterstützten Jörg Detjen und Claus Ludwig die Menschen in der Sürther Aue und kritisierten das „skandalöse Verhalten“ der HGK. „Hier werden mit 60 Millionen öffentlicher Gelder wahnwitzige Überkapazitäten geschaffen,“ hieß es in einer Presseerklärung. Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) hatte seinen Besuch kurzfristig abgesagt.

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