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Eishockey

Gegen wilde Hornissen

Von Christian Oeynhausen, 04.02.09, 21:39h

Die Vorverkaufszahlen für die Eishockey-WM in Deutschland sind prächtig. Das kann man von der Olympia-Qualifikation in Hannover nicht gerade behaupten. Doch hier sollte die Mannschaft bereits zeigen, dass sie auch ein würdiger Gastgeber sein kann.

Daniel Kreutzer
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Daniel Kreutzer wird vorerst nicht mehr im Nationaltrikot zu sehen sein. (Bild: GI)
Daniel Kreutzer
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Daniel Kreutzer wird vorerst nicht mehr im Nationaltrikot zu sehen sein. (Bild: GI)
HANNOVER - Nicht immer gelingen dem Deutschen Eishockey-Bund (DEB) die Dinge so grandios wie zurzeit in Gelsenkirchen, das über Nacht zur Eishockey-Hochburg Nummer eins im Land, ach was, der Welt geworden ist. Jedenfalls geht bei DEB-Sportdirektor Franz Reindl der Atem schon gehörig flacher, wenn er über die Vorverkaufszahlen für das WM-Eröffnungsspiel 2010 in der Schalker Arena referiert. Fast 50 000 Tickets sind weg, der angepeilte Weltrekord (74 555) wird wohl erreicht. „Unglaublich“ staunt Reindl - die Leute rennen dem DEB die Bude ein.

Das kann man von der Olympia-Qualifikation in Hannover nicht sagen. Es gibt noch genug Tickets für die Partien gegen Japan heute (19.30 Uhr) sowie am Samstag (15.30) gegen Österreich und tags darauf gegen Slowenien (17 Uhr, beide live im DSF). Nur der Turniersieger darf 2010 nach Vancouver zu den Spielen, und es wäre - mal abgesehen von der drohenden Kürzung der Fördermittel des Innenministeriums - auch blöd fürs Image, wenn das Olympische Turnier ohne deutsche Mannschaft stattfinden würde.

Dem DEB geht die Düse, um es mal volkstümlich auszudrücken. Bundestrainer Uwe Krupp beschreibt die Japaner als bestens präparierte Armee mit der Aggressivität eines Hornissenschwarms. „Sie kennen nur einen Gang, und das ist Vollgas“, sagt Krupp. Die Österreicher gelten als notorisch gefährlich, wenn es gegen Deutschland geht, während man die behäbige Verspieltheit der Slowenen beim DEB für beherrschbar hält. Aber: „Es gibt die Möglichkeit, dass wir es nicht schaffen“, sagt Reindl, „aber auch darauf sind wir vorbereitet.“

Wie sich das für eine Auswahlmannschaft gehört, gibt es im Vorfeld etwas Theater um die Nominierungen. Vorbei sind die Zeiten, in denen jeder Deutsche, der nicht rechtzeitig Urlaub gebucht hatte, zum Nationalteam kommandiert wurde. Krupp hat die Qual der Wahl, und er hat den Düsseldorfer Daniel Kreutzer ausgeladen. Mit 174 Länderspielen wäre der Mann, der auf den Kampfnamen „Schnitzel“ hört, der erfahrenste im DEB-Team. Er war Kapitän und hat einige Verdienste, zu denen unter anderem zwei Tore gegen Japan bei einem 5:4-Dusel-Sieg 2006 gehören.

Kreutzer hatte einige gesundheitliche Probleme zu überstehen, aber für die DEG hat der 29-Jährige in der laufenden Saison genauso viele Punkte (16 Tore, 22 Vorlagen) gesammelt wie zum Beispiel der Kölner Top-Scorer Christoph Ullmann, der in Hannover dabei ist. Doch im Nationalteam darf diesmal der KEC-Verteidiger Andreas Renz das „C“, des Kapitäns tragen, Krupp nominierte an Kreutzers Stelle den Zweitliga-Torjäger Travis James Mulock (23, Tölzer Löwen). Kreutzer hatte schon für Hannover gepackt, als Krupp ihn anrief: „Ich bin schockiert. Es ist schon komisch, wenn einer aus der Zweiten Liga nominiert wird und andere von DEL-Spitzenklubs nicht“, sagt Kreutzer. Krupp spricht von einem „absoluten Härtefall“. Kreutzer habe einige Lehrgänge und Maßnahmen verpasst. Zudem habe man habe vor allem auf Laufstärke geachtet.



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