Von Günter Zumbé, 05.02.09, 17:29h
In diesem Gremium stellte Bernd Egenter, der zuständige Planer der Euskirchener Regionalniederlassung des Landesbetriebs Straßenbau NRW, am Mittwochnachmittag die Detailplanung des Millionen-Projekts vor. Interessant waren vor allem die neuesten Zahlen, die Egenter parat hatte. Die wichtigsten zuerst: Rund 9,9 Millionen Euro soll die Maßnahme „Bahnübergang-Beseitigung Mechernich“, wie sie beim Landesbetrieb heißt, nach der aktuellen Kalkulation kosten. Und wenn alles gut klappt, dann könnte man Ende 2010 mit dem Bau der Untertunnelung und des neuen Straßenstücks beginnen.
Verkehrsentlastung
Man befinde sich derzeit „im Projektstatus der Planfeststellung“, berichtete Bernd Egenter den Ausschussmitgliedern. Nach der Offenlage des Plans bis Mitte Januar gibt es nun noch eine Einwendungsfrist bis zum 10. Februar. Er rechne nach derzeitigem Stand aber damit, dass das „Verfahren ruhig durchlaufen kann“, so der Straßenplaner. Keinen Zweifel ließ er an der Wichtigkeit des Projekts: Vor allem in den Nachmittagsstunden sei es schlimm - dann sei die Zufahrt zum Krankenhaus, auch für Rettungswagen, oft minutenlang wegen geschlossener Schranken nicht möglich. Mit der Untertunnelung der Bahnstrecke Köln-Trier ist dieses Problem endgültig vom Tisch.
Die Planung sieht im Konkreten vor, an der bisherigen Kreuzung von B 477 und K 81 in Richtung Strempt einen Kreisverkehr zu bauen. Angebunden bleibt dadurch die Friedrich-Wilhelm-Straße in Richtung Bahnhof. Der Hauptverkehr wird aber künftig unter einem 27 Meter langen Brückenbauwerk, über das die Züge rollen, auf die andere Seite der Bahnstrecke geleitet. Rund 700 Meter wird der neue Streckenabschnitt lang sein, der parallel zu den Gleisen in Richtung Bahnstraße verläuft.
Eine Unterführung
In Höhe des Firmengeländes der Deutschen Mechatronics erfolgt dann die Anbindung an das vorhandene Straßennetz. Wiederum durch einen Kreisverkehr im bisherigen Kreuzungsbereich von Friedrich-Wilhelm-Straße und Bahnstraße. Für die Fußgänger wird es an dieser Stelle laut Bernd Egenter eine Unterführung geben. Dies sei einfacher zu realisieren als eine Überführung, die etwa aufgrund der vorgegebenen Steigungen für Rollstuhlfahrer bis zu sieben Meter hoch werden könnte.
Auf der bisherigen Strecke der B 477 durch Mechernich soll das Verkehrsaufkommen nach den Berechnungen der Straßenplaner erheblich sinken. Fahren derzeit rund 11 500 Fahrzeuge am Tag auf der Friedrich-Wilhelm-Straße am Bahnhof vorbei, so sollen es nach dem Durchstich des Bahnhofsbergs nur noch gut 5000 sein. Eine Entlastung erhoffen sich die Planer auch für den Abschnitt Heerstraße in Richtung Breitenbenden. Eine Zunahme des Autoverkehrs errechneten sie allerdings für Weierstraße und Turmhofstraße.
Wenn das Projekt planmäßig Ende des kommenden Jahres in Angriff genommen würde, dann könnte der Verkehr womöglich schon zu Beginn des Jahres 2013 über die neue Trasse rollen. Eine Bauzeit von zwei Jahren halte er für realistisch, meinte Bernd Egenter abschließend.
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