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Gutachter zu Godorf

Hafenausbau „ dringend nötig“

Von Helmut Frangenberg, 06.02.09, 15:41h, aktualisiert 11.02.09, 09:16h

Die Häfen und Güterverkehr Köln hat den Gegnern des Godorfer Hafenausbaus vorgeworfen, gezielt Fehlinformationen zu verbreiten. Zahlen würden bewusst falsch interpretiert, um Politik und Öffentlichkeit zu „verunsichern“.

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Der Konflikt um die Hafenerweiterung spitzt sich zu. Die Rodungsarbeiten in der Sürther Aue haben begonnen. Bürger demonstrieren dagegen. (Bild: Süsser)
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Der Konflikt um die Hafenerweiterung spitzt sich zu. Die Rodungsarbeiten in der Sürther Aue haben begonnen. Bürger demonstrieren dagegen. (Bild: Süsser)
Godorf/Sürth - Die HGK hat ihren Kritikern vorgeworfen, gezielt Fehlinformationen zu verbreiten. „Hier werden Zahlen bewusst falsch interpretiert, um Politik und Öffentlichkeit zu verunsichern.“ Der Chef der Häfen und Güterverkehr Köln, HGK, Rolf Bender, hat die aktuelle Diskussion um ein neues Gutachten zu den Zukunftsperspektiven der Kölner Häfen als „Versuch einer Legendenbildung“ kritisiert. Es sei ihm rätselhaft, wie ein Gutachten, das eindeutig die Notwendigkeit des Hafenausbaus belege, nun zur Argumentationsgrundlage der Hafengegner geworden sei.

Bender hatte gleich eine ganze Riege von Spezialisten aufgefahren, darunter auch die in den vergangenen Tagen so oft zitierten Gutachter der Essener Planco Consulting GmbH. Gegner des Hafenausbaus in Godorf haben behauptet, das Gutachten beweise, dass in Niehl ausreichend Erweiterungskapazitäten bestünden und somit die Vernichtung der Sürther Aue nicht nötig sei.

Großer Flächenbedarf

Die Gutachter selbst sehen die Sache dagegen tatsächlich ganz anders: „Der Hafenausbau in Godorf ist aus Kapazitätsgründen dringend erforderlich“, so Gutachter Gunnar Platz. Zwar gebe es in Niehl noch Möglichkeiten die vorhandenen Flächen besser zu nutzen. Dadurch würde aber nicht annähernd die Kapazität geschaffen, die für die Zukunft nötig ist. Planco Consulting beziffert den zusätzlichen Flächenbedarf für Container auf 80 000 Quadratmeter zuzüglich der gesamten Ausbaufläche in Godorf. Hinzu kämen noch 40 000 Quadratmeter beim Massen- und Stückgut sowie 170 000 Quadratmeter für zusätzliche Logistikflächen. Damit ergäben sich unterm Strich sowohl die Notwendigkeit des Ausbaus in Godorf als auch ein weiterer über 100 000 Quadratmeter großer Flächenbedarf für Niehl. Hintergrund für die Bedarfsprognosen ist die Annahme der Gutachter, dass sich der Container-Umschlag bis zum Jahr 2025 verdreifacht. Die Gutachter plädieren auch dafür, den Deutzer Hafen nicht umzuwidmen. „Wir sehen keine Möglichkeiten, diese Dienstleistungen an anderer Stelle in Köln anzubieten“, sagte Platz.

Die HGK sieht sich somit ein weiteres Mal in ihrer Auffassung bestätigt. Man habe das Gutachten im Rahmen des geplanten Workshops des Stadtrates zur Zukunft des Deutzer Hafens vorzustellen wollen. Dass es noch einmal in der Godorfer Debatte eine Rolle spielen würde, habe man nicht erwartet, so Bender. „Wir haben gedacht, das Thema sei erledigt“, so HGK-Chef Rolf Bender. „Aus unserer Sicht waren und sind die Fakten klar.“

Die Hafengegner zeigten sich vorerst unbeeindruckt: Bei der Bezirksregierung haben sie die Aufhebung des Planfeststellungsbeschlusses beantragt. Im Genehmigungsverfahren hatte die HGK Zahlen vorgelegt, nach denen eine Steigerung des Containerumschlags in Niehl ausgeschöpft sei. Das von der HGK selbst in Auftrag gegebene Gutachten zeige, dass es in Niehl durchaus noch Potenzial gebe. Die Grünen haben für die kommende Ratssitzung am Dienstag einen Antrag vorgelegt, der einen Baustopp in der Sürther Aue fordert. Am Bauzaun in der Süther Aue bleibt die Stimmung derweil hoch emotional. Hafengegner haben HGK Vertretern einen toten Hasen übergeben, um auf die Lage der Tiere in der Aue aufmerksam zu machen. Wie es heißt, soll der Hase aber an anderer Stelle ums Leben gekommen sein.



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