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Kommentar zu Leverkusen

Die falsche Analyse

Von Karlheinz Wagner, 08.02.09, 20:44h, aktualisiert 09.02.09, 15:14h

Gegen den VfB Stuttgart zu verlieren, kann passieren. Allerdings gibt die Unbeständigkeit der Mannschaft zu denken. Bayer-Trainer Labbadia frohlockt zwar ob des ansehnlichen Spiels, aber das gab es auch schon unter Michael Skibbe.

Rene Adler
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Bei der Bundesliga-Premiere in der Düsseldorfer LTU-Arena musste Bayer 04 Leverkusen mit einem 2:4 gegen den VfB Stuttgart im Rennen um einen Europacup-Platz eine herbe Schlappe hinnehmen. Stephan Kießling und Neuzugang Angelos Charisteas erzielten die Treffer für Bayer.
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Bei der Bundesliga-Premiere in der Düsseldorfer LTU-Arena musste Bayer 04 Leverkusen mit einem 2:4 gegen den VfB Stuttgart im Rennen um einen Europacup-Platz eine herbe Schlappe hinnehmen. Stephan Kießling und Neuzugang Angelos Charisteas erzielten die Treffer für Bayer.
Dass Bayer Leverkusen mit 2:4 gegen den VfB Stuttgart verliert, könnte eigentlich unter der Kategorie „ist blöd, kann aber passieren“ verbucht und dann abgehakt werden. Eigentlich. Wenn die sich darin offenbarende Unbeständigkeit den Klub nicht begleiten würde wie ein Schatten. Aber auch das systematische Scheitern könnte man dem Verein mit Verweis auf seine in dieser Hinsicht ungebrochene Vergangenheit als am Ende fast sympathische Eigenschaft, als eine Art Traditions-Merkmal zuschreiben. Könnte man. Kann man?

Trainer Bruno Labbadia ist vor dem Stuttgart-Spiel der Versuchung erlegen, sich den erfreulich häufig sehr ansehnlichen Fußball seiner Leute an den eigenen Hut zu heften. In einem großen Interview mit „spiegel online“ erklärte der 43-jährige auf die vergiftete Frage nach den Gründen für die Klasse des Bayer 04-Fußballs: „Weil wir uns im Spiel gegen den Ball enorm verbessert, also defensiv eine gute Ordnung haben. In der Offensive haben die Automatismen immer besser funktioniert. Und die taktische Disziplin stimmt auch.“

Ach so. Der Trainer Labbadia hat demnach einen ungeordneten Haufen von Mannschaft übernommen, dem selbst die Grundbegriffe des Fußballs - Ordnung in der Defensive, Automatismen in der Offensive - erst mühsam beigebracht werden mussten. Das ist natürlich falsch: Bereits unter Trainer Michael Skibbe hat Bayer 04 einen über weite Strecken hoch attraktiven Fußball gespielt, dem ganz am Ende der Saison 2007 / 08 genau zwei Dinge fehlten: Bernd Schneider und ein Punkt aus den allerletzten Spielen, um das Minimalziel Uefacup zu retten.

Dieser fehlende Punkt hat Bruno Labbadia letztlich den Job im Bayer-04-Paradies beschert - mitten in Deutschlands aufregendster Fußball-Talentschmiede, die noch um die Spitzenkräfte Helmes und Renato Augusto aufgestockt worden ist, um jetzt aber auch ganz sicher die leverkuseneske Sucht nach dem Scheitern zu heilen.

Sechs Spiele, ein Sieg

Oder wie Bruno Labbadia den Saison-Verlauf vor dem Stuttgart-Spiel beschrieb: „Egal, wie wir körperlich drauf waren, wir wollten das Spiel gewinnen. Wenn es wegen der Erschöpfung nicht durch aggressives Pressing ging, dann eben durch taktische Ordnung. Spiele, die man so gewinnt, entscheiden die Meisterschaft.“ Genau, und dann verliert man daheim 2:4 gegen Stuttgart und hat von den letzten fünf Bundesliga-Partien überhaupt nur eine gewonnen.

Das Problem von Labbadias Analysen ist weniger die dahinter lauernde Eitelkeit, sondern das Verkennen des tatsächlichen Problems. An Klasse-Fußball hat es bei Bayer 04 zuletzt selten gemangelt. Es waren die Ergebnisse, die nicht gestimmt haben. Es sind die Ergebnisse, die nicht stimmen.



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