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„Mobil im Rheinland“

Eine Stadt kommt in Bewegung

Von Werner Röder, 09.02.09, 18:42h, aktualisiert 11.02.09, 10:17h

Leverkusen beteiligt sich an der Initiative „Mobil im Rheinland“: Das regionale Internetportal erfasst Staus auf innerstädtischen Straßen und bietet gleichzeitig Ausweichrouten an.

Hinweisschild auf dem Europari
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Ein Mobilitäts-Portal könnte "verwirrende" Hinweisschilder, wie dieses auf dem Europaring, künftig überflüssig machen. (Bild: Ralf Krieger)
Hinweisschild auf dem Europari
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Ein Mobilitäts-Portal könnte "verwirrende" Hinweisschilder, wie dieses auf dem Europaring, künftig überflüssig machen. (Bild: Ralf Krieger)
Mobilität in Lev
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GRAFIK: BÖHNE
Mobilität in Lev
Leverkusen - Wir sind auf dem Internetportal „mobil-im-rheinland.de“ und wollen von A: Neulandpark Leverkusen nach B: Blütenbad Leichlingen. Per Auto errechnet das Portal eine Fahrzeit von 13 Minuten für die 17,54 Kilometer, die Tour kostet 6,14 Euro, verpestet die Umwelt mit 2,6 Kilogramm CO und produziert zudem 0,438 Gramm Feinstaub. Die Möglichkeit mit Bus und Bahn von A nach B zu reisen, kostet zwar nur 2,30 Euro, kommt aber einer „Weltreise“ gleich. Deshalb empfehlen wir die dritte Variante, die dieses Portal bietet. Eine Stunde und 13 Minuten berechnet die Seite die Fahrzeit mit dem Fahrrad bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 15 Stundenkilometern. Und klar: Null CO, kein Feinstaub. Allerdings sind die Karten und die Angaben noch nicht „ausgereift“. So benötigt beispielsweise der sportliche Kollege für die Reise mit dem Rad lediglich 28 Minuten.

Seit dem Jahreswechsel beteiligt sich Leverkusen an diesem regionalen Internetportal, das im vergangenen Oktober freigeschaltet wurde und kostenlos zur Verfügung steht. Und in seltenem Gleichklang haben jetzt die Mitglieder der Bezirksvertretungen I bis III sämtlich der Vorlage an den Rat zugestimmt, wonach sich die Stadt weiterhin an dem Aufbau dieser Verkehrsdatenbank aktiv beteiligt. 155.000 Euro kostet die Stadt die Beteiligung an dieser Mobilitätsinitiative. Da dieses Vorhaben aber ein Projekt im Rahmen der Regionale 2010 ist, kann die Stadt auf Fördermittel in Höhe von 100.000 Euro rechnen.

Zu der möglichen Navigation von A nach B werden beispielsweise im „Rahmen der Dynamisierung der Parkdaten“, so Christian Syring, Abteilungsleiter beim Fachbereich Tiefbau der Stadt, in Kürze die Parkhäuser und Tiefgaragen in Wiesdorf Tiefgarage City-Center, Parkgarage Forum, Parkgaragen Wöhlerstraße und Opladen (Parkhaus Kantstraße) an das System angeschlossen. Besucher der Stadt können dann aktuell Informationen über die Stellplatzbelegung der Parkhäuser abrufen. Dies gilt später auch für die Park & Ride-Anlagen in Opladen, Schlebusch (Bahnhof und Stadtbahn) sowie in Rheindorf. Ob „besetzt“ oder soundsoviel „Plätze frei“, hiermit soll erreicht werden, dass man dem „individuellen Zielverkehr“ rechtzeitig ein Umstiegs-Angebot unterbreitet, auf den öffentlichen Verkehr umzusteigen.

„Staugefährdete Streckenabschnitte in Leverkusen“, sagt Syring, die bei der landesweiten Verkehrszählung 2005 erfasst wurden, werden künftig „durch eine Detektion überwacht werden“, so der Verkehrsplaner (siehe Grafik). An diesen neuralgischen Punkten werden künftig so genannte „Verkehrsaugen“ (Traffic eyes) per Infrarotmessung Anzahl und Geschwindigkeit der Fahrzeuge erfassen. Die ausgewerteten Daten wie Verkehrsströme der vergangenen Tage oder Verkehrsentwicklung ermöglichen eine exakte Hochrechnung bezüglich einer möglichen Stauprognose. Diese Daten werden dann umgewandelt und automatisch via Sensoren an das Internetportal weitergeleitet. „Das System kann dem Nutzer beispielsweise sagen, dass er um die oder die Uhrzeit hier besser nicht entlangfährt. Gleichzeitig liefert es eine alternative Route“, weiß Syring. „Die Ausschreibungen für die Detektion laufen bereits“, so der Verkehrsplaner, der diese Einrichtung als „sehr sinnvoll und innovativ für die Einpendlerstadt Leverkusen“ hält. Denn schließlich führe der Einsatz der Mobilitätsinformationssysteme auch zu Einsparungen an volkswirtschaftlichen Ressourcen wie verringerter Kraftstoffverbrauch, Lärmreduktion oder Reduzierung der Schadstoffemissionen.

Stolz ist Syring bereits jetzt über die Idee der Stadt, die Mobilitätsinitiative um eine Variante zu bereichern. „Wir bemühen uns auch verstärkt, den Lkw-Verkehr in Leverkusen und Umgebung besser mit Informationen zu versorgen“, sagt der Abteilungsleiter beim Fachbereich Tiefbau (siehe Interview).



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