Von Matthias Pesch, 11.02.09, 17:49h, aktualisiert 11.02.09, 17:53h
Anlass für die erneute Ratsdebatte war ein Gutachten der Essener Planco Consulting GmbH, das sowohl die Hafengegner als auch die Befürworter des Ausbaus in ihrem Sinne interpretieren. Grünen-Fraktionsgeschäftsführer Jörg Frank wertete die Aussage des Gutachters, dass im Niehler Hafen noch Erweiterungskapazitäten bestünden, als „Indiz, dass die Entscheidung zum Ausbau des Godorfer Hafens auf falschen Voraussetzungen beruhte“. Im Genehmigungsverfahren hatte die Häfen und Güterverkehr Köln AG den Ausbau unter anderem damit begründet, dass in Niehl eben diese notwendigen Kapazitäten nicht mehr vorhanden seien. Für die FDP ist nach dem Gutachten „die rechtliche Grundlage für den Planfeststellungsbeschluss nicht mehr gegeben“. Durch einen vorläufigen Baustopp könnte laut Frank Zeit gewonnen werden, sich „intensiv mit dem Gutachten auseinander zu setzen und ein aktuelles, handlungsfähiges Hafenkonzept zu entwickeln“.
„Dringend erforderlich“
Trotz der Entwicklungsmöglichkeiten im Niehler Hafen kommt der Gutachter allerdings zu dem Schluss, dass der Ausbau des Godorfer Hafens „aus Kapazitätsgründen dringend erforderlich“ sei. Und für die SPD argumentierte Johannes Waschek: „Es hätte keine Genehmigung für den Ausbau gegeben, wenn der Bedarf nicht nachgewiesen wäre.“ HGK-Chef Rolf Bender wies darauf hin, dass im Planfeststellungsverfahren „die Alternativen zur Hafenerweiterung erwogen und abgewogen“ worden seien; die Bezirksregierung sei danach zu dem Schluss gekommen, dass der Ausbau notwendig sei. „Das dauernde Hin und Her verunsichert die Kölner Wirtschaft und schreckt Investoren ab“, so Bender.
Die Aktionsgemeinschaft gegen den Hafenausbau fordert unterdessen, dass HGK und Stadtwerke alle wirtschaftlichen Verbindungen zu Ratspolitikern und deren Familienangehörigen offen legen sollen. „Externe Prüfer müssen Einsicht in die Geschäftsunterlagen nehmen, um Klarheit zu schaffen, ob Einflussnahmen oder Interessenkonflikte vorliegen“, so die Hafengegner.
Stadtrat ist nicht mehr ernst zu nehmen
17.02.2009 | 14.15 Uhr | R.Bell
http://www.stadtrevue.de/index_artikel.php3?c=3&s=1
350.000 qm fast ungenutzte Hafenfläche in Köln Deutz, das ist mehr als die Fläche, die die…
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