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Allgemeiner Sozialer Dienst

Ein Paketchen als Begrüßung

Von Johannes Bühl, 16.02.09, 17:47h

Das Kreisjugendamt und die Stadt Euskirchen erproben eine Variante des „Dormagener Modells“. Eltern von Neugeborenen erhalten eine Informationsmappe zu frühkindlichen Hilfen und Utensilien für den täglichen Bedarf einer Familie mit Kleinkindern.

Euskirchen - Familien mit Neugeborenen erhalten künftig in Euskirchen ein Begrüßungspaket. Initiatoren dieses Vorhabens, das sich am „Dormagener Modell“ orientiert, sind das Kreisjugendamt und die Stadtverwaltung. Wenn man in Euskirchen die ersten Erfahrungen gesammelt hat, soll das Konzept auf die anderen Kommunen im Kreis ausgeweitet werden.

Erdmann Bierdel, Leiter des Jugendamtes, erntete fraktionsübergreifende Zustimmung, als er die Initiative jetzt im städtischen Ausschuss für Schulen und Generationen vorstellte. Demnach werden - wahrscheinlich von der zweiten Jahreshälfte an - Mitarbeiter des Allgemeinen Sozialen Dienstes (ASD) die Familien besuchen, die Zuwachs bekommen haben. Das Begrüßungspaket enthält neben einer Informationsmappe zu frühkindlichen Hilfen, die das Kreisjugendamt zusammenstellt, eine Reihe von „Utensilien für den täglichen Bedarf einer Familie mit Kleinkindern“, so der städtische Fachbereichsleiter Alfred Jaax.

Besagte Utensilien will die Stadt mit Hilfe von Sponsoren und Spendern zur Verfügung stellen. Im Rathaus hofft man beispielsweise auf die Unterstützung durch den in Euskirchen ansässigen Konzern Procter & Gamble, der unter anderem Einmalwindeln herstellt - ein Produkt, das perfekt zur Zielgruppe passt.

Freundliche Absicht

Es geht aber längst nicht nur um materielle Hilfe. „Das Jugendamt will sich den Eltern, von denen sich viele nach der Geburt eines Kindes in einer völlig neuen Situation befinden, als Ansprechpartner vorstellen“, sagte Bierdel. Ein Vorteil sei auch, dass die Eltern das Jugendamt anschließend nicht mehr als anonyme Behörde wahrnehmen, sondern mit einem Gesicht in Verbindung bringen. Bierdel betonte, dass niemand verpflichtet sei, die ASD-Mitarbeiter ins Haus zu lassen. Doch jeder solle wissen, „dass wir in freundlicher Absicht kommen und nicht etwa Spitzelbesuche planen“.

Der Jugendamtsleiter geht für das Euskirchener Stadtgebiet erst einmal von 380 Hausbesuchen pro Jahr aus. Damit würde man etwa 80 Prozent eines Jahrgangs erreichen. In Dormagen liegt die Quote bei 98 Prozent - eine Zahl, die zeigt, wie gut das Konzept dort ankommt. Das Jugendamt will mit der Initiative sein Netz von Hilfsangeboten und Maßnahmen zum Kinderschutz ausbauen. Schon jetzt, so Bierdel, arbeite man eng mit Kindertagesstätten, Familienzentren, Entbindungskliniken, Hebammen und der Polizei zusammen, um bei möglichen Auffälligkeiten in Familien mit Kleinkindern effektiv reagieren zu können.

Die Fraktionen fanden ausnahmslos positive Worte für das Konzept. Annegret Milbert (FDP) sagte: „Das Begrüßungspaket ist ein guter Türöffner.“ CDU-Fraktionschef Klaus Voussem betonte, es gehe nicht darum, „eine Familienpolizei einzurichten, sondern die Familienfreundlichkeit in Euskirchen zu verbessern“. Die SPD konnte sich den Hinweis nicht verkneifen, dass sie bereits im vergangenen Jahr vorgeschlagen hatte, Familienbegrüßungsbesuche einzuführen, die Verwaltung damals aber auf diesen Vorschlag nicht näher einging.



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