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Kommentar

Paradies im Unrecht

Von Karlheinz Wagner, 17.02.09, 21:53h

Dubai hat auf sehr berechnende Art und Weise die Isrealin Shahar Peer vom WTA-Turnier ausgeschlossen. Karlheinz Wagner schätzt die Situation ein.

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Karlheinz Wagner über den Umgang Dubais mit Shahar Peer.
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Karlheinz Wagner über den Umgang Dubais mit Shahar Peer.
Die Sache ist einfach: das Emirat Dubai verweigert der israelischen Tennisspielerin Shahar Peer das Visum und schließt sie somit von der Teilnahme des für zwei Millionen Euro dotierte WTA-Turniers aus. Das ist ein Verstoß gegen alles, was zivilisierte Nationen im sportlichen Verkehr miteinander vereinbart haben. Die Konsequenzen müssen drastisch ausfallen. Aber dann kommt das Geld ins Spiel.

Dubai hat sich zuletzt mit großen Nachdruck weltweit im Sportbewusstsein festgesetzt. Zahlreiche Fußball-Spitzenklubs - darunter seit Jahren der FC Bayern München - verbringen ihre Winterpause in den Luxus-Unterkünften am Persischen Golf; und die sportliche Aufrüstung sprengt jede Dimension: Stadien und Hallen in jeder Größenordnung reifen ihrer Fertigstellung entgegen wie Feigen in der Sonne; weltweit beispiellose Anlagen, Trainings- und Ausbildungscenter für Fußball, Rugby, Hockey, Tennis, Golf und Schwimmen sind in Vorbereitung oder schon fertig - es entsteht ein Sportpark, nein: ein Paradies für vier Milliarden Euro.

Nachrichten wie diese und die dazugehörigen sonnendurchfluteten Bilder der künstlichen Palmeninseln sind es, die inzwischen weltweit mit Dubai in Verbindung gebracht werden - Dubai als Hort jener beinahe sympathischen Verschwendungssucht, die sich der Westen nicht mehr leisten kann. Und, ach ja, Michael Schumacher war unlängst da, als der ihm gewidmete „Michael Schumacher World Champions Tower“ vorgestellt wurde, ein 400 Millionen Euro teurer Wolkenkratzer - ihn als Deutschen würde man gerne mal fragen, wie er es findet, dass Juden „seinen“ Turm nicht sehen dürfen, weil man sie nicht ins Land lässt.

Beispiel Südafrika?

Niemand hindert Dubai, bei den zuständigen Politik- und Sportgipfeln wegen Israels Gaza-Politik ähnliche Sanktionen zu beantragen wie es sie gegen Südafrika und seine Sportler zu Zeiten der Apartheid gegeben hat. Wenn es eine Mehrheit dafür gibt, ist ein Ausschluss rechtlich gedeckt. Und wenn nicht, dann nicht - so geht das im geordneten Miteinander. Der durch bloße Finanzkraft gedeckte Alleingang des Emirats aber muss Konsequenzen haben, wie sie der US-Sender „Tennis Channel“ mit seinem Rückzug vom Turnier vorgemacht hat. Weitere müssen folgen, und all die Abkürzungs-Institutionen der Welt sind aufgerufen: IOC, Fifa, Fia usw.. Die Spielerinnen haben die Chance bereits verpasst, ihre Solidarität höher zu bewerten als ihr Start- und Preisgeld. Die Männer, deren ATP-Turnier in der nächsten Woche beginnt, haben die nächste Chance, auf die Viele-Millionen-Dollar-Frage die richtige Antwort zu geben. Die Sache ist einfach.



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