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Karnevalsbilanz

Deutlich mehr Körperverletzungen

Von Thorsten Moeck, 19.02.09, 19:24h, aktualisiert 20.02.09, 18:57h

Auch in diesem Jahr haben viele Karnevalisten gleich am ersten Tag zu tief ins Glas geschaut und hatten ihre Aggressionen nicht mehr im Griff. Die Polizei verzeichnete 115 Fälle von Körperverletzungen, deutlich mehr als im letzten Jahr.

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Schwere Verletzungen erlitt ein junger Mann auf der Cäcilienstraße, der mit einer Flasche niedergeschlagen worden war. (Bild: Krasniqi)
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Schwere Verletzungen erlitt ein junger Mann auf der Cäcilienstraße, der mit einer Flasche niedergeschlagen worden war. (Bild: Krasniqi)
Köln - Während in den Kneipen geschunkelt, getrunken und gesungen wurde, musste die Polizei an Weiberfastnacht auf den Straßen vielerorts Schlägereien beenden. Bereits am Nachmittag verzeichneten die Beamten so viele Ingewahrsamnahmen wie im vergangenen Jahr erst in den Abendstunden. „In den Nachmittagsstunden hat die Gewaltbereitschaft enorm zugenommen“, sagte Polizeisprecherin Maren Leisner.

Die Polizei verzeichnete 115 Fälle von Körperverletzungen, im vergangenen Jahr waren es nur 20. Grund für diese bedenkliche Entwicklung sei, dass mehr und früher getrunken würde, so ein Sprecher. Vor allem junge Erwachsene zwischen 18 und 25 Jahren seien vermehrt wegen ihres aggressiven Verhaltens aufgefallen. Das hohe Aggressionspotenzial und der starke Alkoholkonsum spiegelte sich auch in den Einsatzzahlen des Rettungsdienstes wieder. Mehr als 200 Mal mussten die Sanitäter ausrücken. Zwölf stark angetrunkene Jugendliche mussten in Krankenhäuser gefahren werden.

59 Mal mussten die Beamten wegen Schlägereien ausrücken, 80 Mal bei verbalen Streitigkeiten als Schlichter auftreten und 43 Randalierer zur Ruhe bringen. 123 Personen wurden in Gewahrsam genommen, 18 festgenommen. Insgesamt musste die Kölner Polizei zu 1288 Einsätzen ausrücken, die allerdings nicht alle karnevalsbedingt waren.

Schlimme Folgen hatte der Angriff mit einer Flasche am Nachmittag auf der Cäcilienstraße in der Innenstadt. Ein junger Mann war mit einer Wodkaflasche niedergeschlagen worden und bewusstlos auf den Asphalt gestürzt. Ein Notarzt musste sich um den Verletzten kümmern. Kurz zuvor war die Polizei zu einer Massenschlägerei an der Haltestelle Heumarkt gerufen worden. Auch auf der Zülpicher Straße gerieten Feiernde aneinander. Am Blaubach wurde am frühen Abend die Besatzung eines Rettungswagens von Randalierern bedroht und tätlich angegriffen.

Die Polizei nahm 15 Personen wegen Taschendiebstahls fest. In diesem Zusammenhang appelierte sie nochmals an die Jecken, ihre Geldbörse am Körper zu tragen und diese nicht einfach in die Taschen des Kostüms zu stecken. Besondere Vorsicht sei auch beim Bützen und Urmarmen geboten.

Nach Schätzungen der Polizei haben in diesem Jahr wesentlich mehr Menschen den Beginn der fünften Jahreszeit in der Innenstadt gefeiert als noch im Vorjahr. Neben der Zülpicher Straße mussten zum Schutz der Feiernden dieses Mal auch der Hohenstaufenring und die Deutzer Brücke gesperrt werden.

Viele Jugendliche griffen nach Angaben des Ordnungsamts zu Hochprozentigem. In mehr als 100 Fällen (43 im Vorjahr) schritten die Ordnungshüter ein und gossen Wodka und Schnaps in den Rinnstein. Gegen 34 Kiosk- und Gaststättenbesitzer wurde ein Verfahren eingeleitet, weil sie Alkohol an Jugendliche verkauft oder in anderer Weise gegen die Gewerberichtlinien verstoßen haben.



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