Erstellt 22.02.09, 20:57h
PETER RÖMERS: Die allgemein steigende Tendenz von Körperverletzungs- und Rohheitsdelikten ist ein Phänomen, das wir das ganze Jahr über beobachten können. Dass sich das auch an Weiberfestnacht derart niedergeschlagen hat, war in der Form sicherlich nicht zu erwarten. Leider ist der Karneval für viele Leute Anlass, aus den nichtigsten Anlässen ihr Mütchen zu kühlen.
Es wird also auch schon mal zugeschlagen, wenn der Blickkontakt zu intensiv ist . . .RÖMERS: Es reicht schon, sich in der dichten Menschenmenge anzurempeln. So etwas kommt ja tausendfach vor an diesen Tagen. Die meisten Menschen nehmen das gelassen, aber diejenigen, die auf Krawall aus sind, nehmen das zum Anlass, die Auseinandersetzung zu suchen und ohne Vorwarnung gleich zuzuschlagen. Und dann leider nicht nur mit Fäusten, sondern auch mit Flaschen.
Gibt es Gewalttäter, die Karneval gezielt für Schlägereien nutzen?RÖMERS: Ich möchte das fast vergleichen mit Hooliganismus. Es scheint interessierte Gruppen zu geben, die den Karneval wie ein Fußballspiel nutzen, zu dem sie keine Eintrittskarte haben. Das Zusammentreffen mit gegnerischen Fans wird dann zur Auseinandersetzung genutzt. Aber wir reden hier nicht von der Masse. Hunderttausende feiern friedlich Karneval, leider gibt es jedoch einen erklecklichen Anteil von Menschen, die Streit suchen.
An welchen Orten spielen sich die Schlägereien meistens ab?RÖMERS: An Weiberfastnacht lag der Schwerpunkt tagsüber im Rheingarten, also Markmannsgasse, Fischmarkt. Dort hatten wir sehr viel zu tun. Die überwiegende Zahl der Festnahmen hat dort stattgefunden. Am späteren Abend und in der Nacht ist es üblicherweise das Viertel rund um die Zülpicher Straße sowie die Ringe. Wobei wir an jedem Wochenende auf den Ringen unterwegs sind, und das nicht umsonst. Auch dort haben wir die Tendenz, ständig steigender Körperverletzungsdelikte.
Welche Rolle spielt der Alkoholkonsum bei den Gewaltdelikten?RÖMERS: Eine gewisse Grundaggression ist vorhanden, die dann durch Alkoholkonsum gefördert wird. Meist fallen uns Jugendliche oder junge Erwachsene auf, die nicht unbedingt kostümiert sind. Ich bin Weiberfastnacht mit der Straßenbahn durch Köln gefahren. Wenn man sich anschaut, wie viel Leergut da mittags schon auf dem Boden liegt, weiß man auch, in welchem Zustand die Menschen in der Stadt ankommen. Das sieht aus wie im Sambazug.
Es gibt nach wie vor die so genannten Gefährderansprachen. Das heißt, die Polizei besucht die Gewalttäter vom Vorjahr und redet ihnen vor den tollen Tagen ins Gewissen. Bringt das was?RÖMERS: Wir haben in Köln mit etwa 100 Personen gesprochen. In den vergangenen Jahren haben wir die Erfahrung gemacht, dass diese Personen nicht mehr als Teilnehmer an Schlägereien auftauchen. Diese Ansprachen scheinen also durchaus Erfolg zu haben.
Das Gespräch führte Thorsten Moeck
Köln besser besuchen!
23.02.2009 | 20.02 Uhr | thomsen11
Der Kommentar vom "NichtKölner" zeigt, wie polarisierend solch eine Berichterstattung sein kann. Komm doch mal nach Köln und feier mit, dann wirst du…
Köln besser meiden......
22.02.2009 | 23.55 Uhr | Nichtkölner
An Karneval sollte man rein aus Sicherheitsgründen Köln besser meiden. Was ist das denn für eine schlimme Entwicklung, wenn schon ein Blickkontakt…
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