Von Claudia Könsgen, 24.02.09, 15:25h, aktualisiert 24.02.09, 16:20h
Seit vergangenem Herbst gilt die Englischpflicht auch für Drittklässler. Die Schule passte sich damit frühzeitig dem geänderten Schulgesetz an, nach dem ab dem Schuljahr 2012 / 13 ein Hauptschulabschluss an einer Förderschule nur mit einem entsprechenden Angebot an Englischunterricht erworben werden kann. Andrea Seemann ist eine von vier Sonderpädagoginnen, die die Förderschüler einmal in der Woche in Englisch unterrichtet. Ihre Kollegen und sie setzen beim Vokabeltraining mit den Kindern auf die Kombination von Sprache und sprachbegleitenden Gesten: „Damit bleiben die Wörter bei den Kindern im Kopf besser hängen und können bei der entsprechenden Bewegung einfach abgerufen werden“, erklärt die Lehrerin die Vorteile dieser Methode, die für Kinder mit Lern- oder Konzentrationsschwäche besonders geeignet sei.
„Where are your exercise books?“, fragt Seemann. Gleichzeitig klappt sie ihre aufeinander gelegten Hände wie ein Buch auf, worauf die Schüler in ihre Ranzen greifen, um die Arbeitshefte hervorzukramen. Auch darf in der Schulstunde getanzt und gesungen werden, um spielerisch die Fremdsprache kennen zu lernen. Darüber freuen sich die hibbelig auf ihren Stühlen sitzenden Viertklässler besonders.
Für die besonders motivierten und engagierten Schüler der Jahrgangsstufen sieben bis neun, „die fit sind im Verstehen und Sprechen“, bietet die Sonderpädagogin Kathryn Bäumert an der Gutenbergschule zusätzlich einmal wöchentlich ein Englisch-Projekt an. Neuntklässler Pasqual Zehnpfennig (16) findet das Angebot „genial, weil Englisch eine Weltsprache ist“. „Wenn ich im Ausland lebe und die Sprache dort nicht verstehe, kann ich mich immer noch mit Englisch verständigen“.
Zum einen haben die Jugendlichen dort die Möglichkeit zum „niveau- und interessengeleiteten Lernen“, betont Kathryn Bäumert. Ob sie mit Hilfe von Kartenspielen Vokabeln pauken oder Online-Wörterbücher benutzen, das können die Jugendlichen individuell entscheiden. Zum anderen wird auch das gemeinschaftliche Büffeln nicht vernachlässigt: In der Doppelstunde, in der diesmal das Belegen von Sandwiches auf dem Stundenplan steht, prägen sich die acht Schüler mit praktischem Bezug Lebensmittelnamen auf Englisch ein und werden von ihrer Lehrerin in ein lockeres Gespräch verwickelt. Ins Leben gerufen wurde dieses Projekt, um eine Brieffreundschaft zu einer Förderschule im britischen Grantham, der Partnerstadt von Sankt Augustin, aufzunehmen. Geplant ist außerdem ein Austauschprogramm zwischen den beiden Schulen, was die Jugendlichen zusätzlich anspornt, ihr Englisch zu verbessern.
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