Von Jürgen Kisters, 25.02.09, 15:45h
ihren besonderen Reiz. So ist es derzeit im Kunstkontor, wo die Skulpturen von Götz Sambale und die druckgrafischen Arbeiten von Brigitte Gmachreich-Jünemann in einer gemeinsamen Schau zusammen treffen. Ungewohnt dicht stehen sie beieinander. Und so berührt der Farbhauch, der von einer grün nuancierten malerischen Fläche einer Radierung ausgeht, unweigerlich die Wahrnehmung der Skulptur eines kleinen Königs. Als kniende Bronzeplastik oben auf einer Naturholzstele führt der König die Haltung der Demut vor Augen. Und das ist die gleiche Demut, die der Betrachter beim Blick auf einen schlicht bezaubernden Farbraum unweigerlich einnehmen muss.
Mehr als grünes LeuchtenNur so, mit der entsprechenden Zurückhaltung und Geduld des Schauenden, kann ein Bild, das nichts als ein grünes Leuchten und zarte Striche zeigt, ihm etwas „sagen“. Denn nicht um schnell erkennbare figürliche Motive, sondern um die feinen Nuancen des Lebens geht es Gmachreich-Jünemann. In ähnlich zurückgenommenen Spuren zeigt sich die Poesie in den schwarzen und weißen Farbfeldern und bildlichen Strukturzonen der in Kranenburg am Niederrhein lebenden Künstlerin. Was zunächst nur als namenlose Fläche erscheint, bringt mit der Dauer eines geduldig-meditativen Blicks allerdings überraschend konkrete Fantasien hervor. Die reichen vom klaren Wolken-Himmels-Weiß bis zum Nachtschimmerlicht, welches das Schwarz wie feine Fäden durchzieht. Nicht zuletzt in diesen Naturfantasien zeigt sich die Erfahrungsverwandschaft von GmachreichJünemanns druckgrafischen Arbeiten und Götz Sambales plastischer Kunst. Denn der 1967 in Schweinfurt geborene, in Köln lebende Bildhauer setzt neben den Königs-Perspektiven in der Ausstellung eine Reihe sanft geweißter Holzskulpturen in Szene.
Er hat sie direkt aus
großen Baumstamm-Stücken heraus gesägt. Sie wirken leicht und massiv zugleich, und vor allem erscheinen sie magisch-rätselhaft. Einmal mehr macht diese Ausstellung sichtbar, in welch enger Beziehung Naturerfahrung und Kunsterfahrung stehen können. Und wo die Elemente der Erde der Bezugspunkt für Künstler sind, sind auch die Betrachter unweigerlich tief verwickelt. Denn es sind genau die Elemente, aus denen sie hervor gehen, und die sie, ob es ihnen bewusst ist oder nicht, für immer unabstreifbar in sich tragen.
Kunstkontor, Blankenheimer Straße 59, Di 17-19 Uhr, So 15-17 Uhr, bis 3. März
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