Von Matthias Pesch, 26.02.09, 23:20h, aktualisiert 26.02.09, 23:22h
Hintergrund war die Entscheidung Papst Benedikts XVI., die Exkommunikation von vier Bischöfen der ultrakonservativen Pius-Bruderschaft zurückzunehmen. Höhn („Ich kann keinen klaren Kurs im Pontifikat Benedikts erkennen“) warf dem Vatikan vor, er sei auf die „perfide Strategie der Bruderschaft hereingefallen“. Vor der Rücknahme der Exkommunikation hätten die strittigen inhaltlichen Fragen geklärt werden müssen. Dabei geht es vor allem um die unterschiedliche Interpretation und Wertung von Dokumenten des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) etwa zur Ökumene, zum Dialog mit den nicht-christlichen Religionen oder zur Religionsfreiheit geht. Dies sei nicht passiert, stattdessen habe die Bruderschaft „ein Entgegenkommen Roms im Verfahren bereits als Entgegenkommen in der Sache“ gewertet, der Vatikan habe dadurch „das Heft des Handelns aus der Hand gegeben“.
Heroes Sympathisant der Pius-BruderschaftHoeres, der sich selbst als Sympathisant der Pius-Bruderschaft bezeichnete, hält einige der Konzils-Dokumente für „interpretationsbedürftig, weil in sich vieldeutig“. So könne er beispielsweise die „Welteuphorie“ und den Fortschrittsoptimismus, wie sie in der Schrift „Gaudium et spes“ formuliert seien, „unter keinen Umständen akzeptieren“. Es gebe zudem keine Glaubensweisheit, die nach dem Konzil nicht von Theologie-Professoren „bis zur Unkenntlichkeit verwässert“ worden sei. Warum, fragte er, würden nicht die Priester exkommuniziert, die die Heilige Messe „mit Gags, Fastnachtsscherzen und ähnlichem“ entehrten.
Nathanael Liminski vom Jugend-Netzwerk „Generation Benedikt“ wies darauf hin, dass es „die klar definierte Aufgabe“ des Papstes sei, die Einheit der Kirche zu wahren. Daher sei es „eine legitime Entscheidung“ Benedikts gewesen, den „Versöhnungsprozess“ mit der Priesterbruderschaft einzuleiten. Liminski („Die Debatte, der Papst wolle das Konzil zurückdrehen, ist hirnrissig“) kritisierte allerdings, dass „das Bild, das die Priesterbruderschaft zurzeit abgibt, kein gutes ist und keines, das auf den Dialog mit Rom aus ist“.
Mit Blick auf den Holocaust-Leugner Richard Williamson, einen der begnadigten Bischöfe, betonte Höhn, dass in dessen zahlreichen Vorträgen und Veröffentlichungen „antisemitische Äußerungen in nicht zu kleiner Zahl“ belegt seien. „Bei einer sorgfältigen Recherche kann man das nicht übersehen.“
Kirche und Glauben
27.02.2009 | 14.41 Uhr | rgcam-con.de
An der Meinung von Herr Hoeres, daß die Öffnung der Kirche
zur Welt "die Aufweichung des Glaubens" gebracht habe,
sieht man ja, wessen Geistes Kind…
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