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Kölner Haie

McLlwain bestreitet letztes Heimspiel

Von Christian Oeynhausen, 26.02.09, 20:10h

Nach über 500 Spielen die letzte Partie: Die Kölner Haie verabschieden an diesem Freitag im Spiel gegen Adler Mannheim ihren Kapitän Dave McLlwain. Der 41 Jahre alte Kanadier beendet nach der Saison seine Karriere

Dave McLlwain
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Goodbye Köln: Dave McLlwain beendet seine Karriere. (Bild: Dahmen)
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Goodbye Köln: Dave McLlwain beendet seine Karriere. (Bild: Dahmen)
KÖLN - Es wird Tränen geben am Freitagabend in der Lanxess-Arena. Dave McLlwain, der Kapitän der Kölner Haie, wird beim Spiel gegen die Adler Mannheim (19.30 Uhr) Abschied nehmen von den KEC-Fans. Am Sonntag reisen die Haie nach Ingolstadt, dort wird der Kanadier zum letzten Mal als Spieler aufs Eis gehen. „Es wird sehr emotional“, sagt McLlwain. Vor zwei Tagen sind ihm vor laufender Kamera die Tränen gekommen, und auch beim Gespräch mit dem „Stadt-Anzeiger“ steigt der Wasserstand in den Augen. 21 Jahre lang war er Profi, mit 41 Jahren tritt er ab.

1317 Spiele werden es am Ende sein, 521 davon in der besten Liga der Welt, der NHL. Die letzten 508 Partien stand er für die Haie auf dem Eis. Kein Ausländer vor ihm blieb so lange. 2000 holt ihn KEC-Manager Lance Nethery vom SC Bern nach Köln. Er wird Meister 2002, zwei Mal Vizemeister, Pokalsieger 2004, zwei Mal Top-Scorer der Liga, und er wird sechs Mal ins DEL-Allstar-Team gerufen, als man ihn in Köln schon längst den „Eis-Opa“ nennt - liebevoll gemeint, von McLlwain aber nicht gern gehört.

Immer nur Eishockey

Er war in Köln Führungsspieler, Mittelstürmer der ersten Reihe, elegant, technisch stark, mit Esprit und Umsicht. Hunderte Treffer hat er erzielt, und man kann sagen, dass er der einzige Goalie, den er nie überwinden konnte, vor dem Tor zur deutschen Sprache stand.

McLlwain hat nicht viel anderes im Leben gemacht außer Eishockey zu leben, zu spielen. Auch sein Vater Jack war Spieler. „Hockey ist in meinem Blut“, hat der Mann aus Seaforth in Ontario oft gesagt, und nun steht McLlwain eine harte Zeit bevor: „Der August wird die härteste Zeit, wenn alle in die Saison-Vorbereitung gehen und ich nicht.“

Was er tun wird, weiß er noch nicht. Trainer, das könnte er sich vorstellen, Manager, hm, vielleicht auch. Eher nicht. Die Haie wollen den Kontakt nicht abreißen lassen. Aber eine konkrete Aufgabe haben sie bisher nicht für ihn. McLlwain wird erstmal nach Kanada zurückgehen und Abstand gewinnen. „Die Familie hat viel für mich geopfert, jetzt ist die Zeit, etwas zurück zu geben.“ Lise McLlwain, der 2005 adoptierte Sohn Nathan und er haben sich wohl gefühlt in Köln-Lindenthal. „Aber man braucht einen Grund, hier zu sein. Heimat ist Heimat: Kanada“, sagt McLlwain.

Der KEC-Kapitän galt als Musterprofi: „Wenn ich in den letzten 20 Jahren jeden Samstag gefeiert hätte, wäre schon längst Schluss.“ Ein Schlüsselerlebnis steht hinter seiner Einstellung zum Trainingsfleiß. 1987 kreuzt bei den Pittsburgh Penguins Verteidiger-Legende Paul Coffey seinen Weg. Coffey ist gerade 26 Jahre alt und schon drei Mal Stanley-Cup-Sieger. „Wir sind nach einem Spiel abends ausgegangen. Am Samstagmorgen um 8.30 Uhr klopft Paul an meine Tür und ruft: "Zeit zum Workout´. Er war ein Star und ich ein 20-jähriger Durchschnittsspieler, der eigentlich doppelt so hart arbeiten müsste wie er. Da habe ich begriffen, was man braucht, um oben zu bleiben: Hingabe.“ Seitdem lebt er nach dem Motto: „Achte auf Deinen Körper, dann achtet er auf Dich.“

Unendlich lange geht das trotzdem nicht. „Ich hatte das Gefühl: Jemand sagt mir: Es ist Zeit“, erzählt McLlwain. Er war in der DEL immer einer der Besten und wurde gejagt von der harten Jungs der Gegner. Doch er hat die Karriere überstanden, ohne für den Rest seines Lebens mit Schmerzen rechnen zu müssen. Sein Rücken ist nicht mehr super. Aber sonst? „Vielleicht ein paar Schläge zu viel gegen den Kopf. Das kann ich später als Entschuldigung benutzen“, sagt McLlwain. Und lacht.



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