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Google-Konkurrenz

Suchmaschinen werden intelligent

Von Sven Winterschladen, 03.03.09, 13:46h

Nicht in die Breite, sondern in die Tiefe: mitdenkende Programme wollen Google Konkurrenz machen. Mit ihnen soll es bald möglich sein, endlich auch komplette Fragen zu beantworten, anstatt nur Schlagworte einzugeben.

Jaguar-Suchmaschine
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Ein Beispiel für die Probleme von Suchmaschinen wie Google: Wer die Frage „Wo gibt es Jaguare?“ stellt, bekommt als Antwort entweder einen Autohändler oder den Lebensraum der Raubkatze genannt. Was der User tatsächlich wissen wollte, kann Google nicht erkennen. Diese Wissenslücken wollen die Betreiber semantischer - also mitdenkender - Suchmaschinen schließen. (Bilder: ddp, Hersteller)
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Ein Beispiel für die Probleme von Suchmaschinen wie Google: Wer die Frage „Wo gibt es Jaguare?“ stellt, bekommt als Antwort entweder einen Autohändler oder den Lebensraum der Raubkatze genannt. Was der User tatsächlich wissen wollte, kann Google nicht erkennen. Diese Wissenslücken wollen die Betreiber semantischer - also mitdenkender - Suchmaschinen schließen. (Bilder: ddp, Hersteller)
Google kennt fast jeden. Andererseits aber kennt auch fast jeder Google - und damit ebenfalls die größte Schwäche der Internet-Suchmaschine. Gängige Anfragen werden oft im Überfluss beantwortet. Wer beispielsweise nach Google selbst googelt, bekommt über 2,7 Milliarden Treffer geliefert. Das ist eine so unvorstellbar große Menge, dass alle Treffer ab der zweiten Seite meist keine Rolle mehr spielen. Noch kurioser endet die Suche nach der Raubkatze Jaguar. Die ersten beiden Adressen führen zum gleichnamigen Autohersteller. Erst der dritte Treffer liefert Details über das Tier. Völlig überfordert ist Google fast immer mit ganzen Fragen. Diese werden nur selten richtig beantwortet.

In diese Wissenslücken wollen die Betreiber semantischer Suchmaschinen stoßen, bislang allerdings mit mäßigem Erfolg. Zwar gibt es inzwischen eine ordentliche Anzahl dieser „intelligenten“ Suchmaschinen, allerdings konnte sich noch keine entscheidend auf dem hart umkämpften Markt im Internet durchsetzen. „Im Grunde ist eine semantische Suchmaschine eine gute Sache, bislang ist das aber leider noch ein reines Forschungsfeld“, sagt Andreas Hentschel von der Computer-Fachzeitschrift „Chip“. Am vielversprechendsten erscheint derzeit das Projekt des Fraunhofer Instituts: „Conweaver“ hat sich in den vergangenen zwei Jahren bereits einen Namen gemacht. Auf der Cebit werden die Betreiber die neuesten Entwicklungen dieser mitdenkenden Suchtechnologie präsentieren. „Uns geht es nicht darum, möglichst viele Treffer zu erzielen. Bei uns zählt also nicht die Quantität, sondern die Qualität“, erklärt Fraunhofer-Experte Thomas Kamps. „Wir wollen das Wissen des Internets sinnvoll ausnutzen und dabei nicht in die Breite, sondern in die Tiefe gehen.“ Das erklärte Ziel: Mit Conweaver soll es möglich sein, ganz konkrete Fragen zu beantworten. Allerdings ist diese semantische Suchmaschine zunächst nur für Unternehmen gedacht und nicht frei zugänglich im Internet.

Anders ist es mit der semantischen Suchmaschine „Semager“, auf die jeder zugreifen kann. Im Praxistest erscheinen die Unterschiede in den Suchergebnissen zu etwa Google allerdings nur minimal. Die Frage nach dem Alter des Papstes etwa beantworten beide im ersten Treffer. „Semantische Suchmaschinen funktionieren leider noch nicht sehr gut. Im Grunde steckt eine sehr gute Idee dahinter, aber die „Forschung ist noch lange nicht abgeschlossen“, betont Hentschel. Nach Meinung des Chip-Experten besteht das größte Problem darin, dass neben Informatikern auch Sprachwissenschaftler nötig sind, um die Anfrage des Nutzers sinnvoll beantworten zu können: „Google beispielsweise sucht ausschließlich nach Stichworten, die in einer bestimmten Anzahl auf Webseiten vorkommen und zeigt sie dann entsprechend an. Semantische Suchmaschinen hingegen suchen nach Bedeutungen.“ Wer also die Frage »Wo gibt es Jaguare« stellt, will den Lebensraum der Wildkatze und nicht den nächsten Autohändler wissen. Und das kann weder Google noch eine semantische Suchmaschine bislang sinnvoll beantworten.

INFO Mitdenkende Suchmaschinen:
Eine semantische Suchmaschine erkennt und akzeptiert die natürliche Sprache als Eingabe und versucht, den Sinn einer Frage zu erfassen. Anschließend sucht sie in ihrem Datenbestand nach passenden Antworten. Die Antwort sollte aus einzelnen Aussagen statt ganzen Dokumenten bestehen wie bei an Stichworten orientierten Suchmaschinen.



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