Von Sven Winterschladen, 03.03.09, 13:46h
In diese Wissenslücken wollen die Betreiber semantischer Suchmaschinen stoßen, bislang allerdings mit mäßigem Erfolg. Zwar gibt es inzwischen eine ordentliche Anzahl dieser „intelligenten“ Suchmaschinen, allerdings konnte sich noch keine entscheidend auf dem hart umkämpften Markt im Internet durchsetzen. „Im Grunde ist eine semantische Suchmaschine eine gute Sache, bislang ist das aber leider noch ein reines Forschungsfeld“, sagt Andreas Hentschel von der Computer-Fachzeitschrift „Chip“. Am vielversprechendsten erscheint derzeit das Projekt des Fraunhofer Instituts: „Conweaver“ hat sich in den vergangenen zwei Jahren bereits einen Namen gemacht. Auf der Cebit werden die Betreiber die neuesten Entwicklungen dieser mitdenkenden Suchtechnologie präsentieren. „Uns geht es nicht darum, möglichst viele Treffer zu erzielen. Bei uns zählt also nicht die Quantität, sondern die Qualität“, erklärt Fraunhofer-Experte Thomas Kamps. „Wir wollen das Wissen des Internets sinnvoll ausnutzen und dabei nicht in die Breite, sondern in die Tiefe gehen.“ Das erklärte Ziel: Mit Conweaver soll es möglich sein, ganz konkrete Fragen zu beantworten. Allerdings ist diese semantische Suchmaschine zunächst nur für Unternehmen gedacht und nicht frei zugänglich im Internet.
Anders ist es mit der semantischen Suchmaschine „Semager“, auf die jeder zugreifen kann. Im Praxistest erscheinen die Unterschiede in den Suchergebnissen zu etwa Google allerdings nur minimal. Die Frage nach dem Alter des Papstes etwa beantworten beide im ersten Treffer. „Semantische Suchmaschinen funktionieren leider noch nicht sehr gut. Im Grunde steckt eine sehr gute Idee dahinter, aber die „Forschung ist noch lange nicht abgeschlossen“, betont Hentschel. Nach Meinung des Chip-Experten besteht das größte Problem darin, dass neben Informatikern auch Sprachwissenschaftler nötig sind, um die Anfrage des Nutzers sinnvoll beantworten zu können: „Google beispielsweise sucht ausschließlich nach Stichworten, die in einer bestimmten Anzahl auf Webseiten vorkommen und zeigt sie dann entsprechend an. Semantische Suchmaschinen hingegen suchen nach Bedeutungen.“ Wer also die Frage »Wo gibt es Jaguare« stellt, will den Lebensraum der Wildkatze und nicht den nächsten Autohändler wissen. Und das kann weder Google noch eine semantische Suchmaschine bislang sinnvoll beantworten.
INFO
Mitdenkende Suchmaschinen:
Eine semantische Suchmaschine erkennt und akzeptiert die natürliche Sprache als Eingabe und versucht, den Sinn einer Frage zu erfassen. Anschließend sucht sie in ihrem Datenbestand nach passenden Antworten. Die Antwort sollte aus einzelnen Aussagen statt ganzen Dokumenten bestehen wie bei an Stichworten orientierten Suchmaschinen.
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