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Bilanz

Noch Spielraum beim Handy-Parken

Von Matthias Pesch, 02.03.09, 18:55h, aktualisiert 02.03.09, 21:01h

Die Stadt zieht nach einem Jahr eine positive Bilanz bei der Nutzung des neuen Parksystems, der ADAC mahnt bei den Betreibern allerdings mehr Preistranparenz an. Mehr als 6200 Autofahrer nutzen das neue System.

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Einem 14-Jährigen wurde in Efferen sein Handy geklaut. (Bild: dpa)
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Einem 14-Jährigen wurde in Efferen sein Handy geklaut. (Bild: dpa)
Köln - Die Steigerungsraten stimmen, die absoluten Zahlen noch nicht: Die Bilanz der Stadt nach einem Jahr Handy-Parken fällt differenziert, insgesamt aber „außerordentlich gut“ aus, wie Klaus Harzendorf, Leiter des Amtes für Straßen und Verkehrstechnik, betonte. Seit Ende Februar 2008 können Autofahrer an allen rund 1600 Parkscheinautomaten in Köln per Telefonanruf parken: Wurden im März vorigen Jahres rund 1200 Parkvorgänge registriert, waren es im Januar 2009 schon 4700. Die monatlichen Einnahmen stiegen in dem Zeitraum von 2000 Euro auf 10 400 Euro. Mehr als 6200 Kunden sind bei den inzwischen acht Anbietern angemeldet. „Die Zahlen zeigen deutlich nach oben“, sagte Harzendorf. Dennoch machten die Einnahmen gerade mal ein Prozent des monatlichen städtischen Parkgebühren-Umsatzes von rund einer Million Euro aus. Bis Ende nächsten Jahres will die Stadt zehn Prozent übers Handy-Parken kassieren - „ein ehrgeiziges Ziel, aber erreichbar“, sagt Harzendorf.

Auch Hartmut Minjoth vom ADAC sprach insgesamt von einem „prima Service für die Autofahrer“ - unter anderem weil die lästige Kleingeld-Suche entfalle, die Parkdauer im Drei-Minuten-Takt abgerechnet werde und der Gang zum Automaten entfalle. Er sieht allerdings auch Hindernisse: die einmalige Registrierung etwa, die Gebühren, die an die meisten Betreiber gezahlt werden müssen, oder die Angabe der Bankverbindung im Internet. Angesicht von Datenmissbrauchs-Skandalen „müssen die Betreiber um das Vertrauen der Autofahrer werben“, sagte Minjoth. Er begrüßte es, dass die Tarife von zumindest sieben der acht Betreiber auf einer Seite im Internet zusammengestellt seien, allerdings seien die Angaben nicht immer eindeutig. „Preisklarheit und Preiswahrheit sind entscheidend“, so der ADAC-Experte. Komfortabel wäre es seiner Meinung nach, wenn Autofahrer langfristig auch in privaten Parkanlagen per Handy zahlen könnten.

Die Überwachung des Handy-Parkens durch die Politessen ist laut Thomas Weil vom Amt für Straßen und Verkehrstechnik „technisch stabil gelaufen“. Es habe allerdings auch Probleme gegeben: weil Autofahrer die Höchstparkdauer überschritten hatten oder die Handy-Parkplakette nicht mehr lesbar war. Es gab allerdings auch Autofahrer, die sich nachweislich auf einem Parkplatz registriert hatten und trotzdem ein Knöllchen bekamen.

Harzendorf betonte, dass das Kölner System, zusammen mit dem Verein Telematics Pro entwickelt, „keine Insellösung“ und inzwischen schon in zahlreichen weiteren Städten eingeführt sei. Zudem könne das System weiterentwickelt werden - etwa fürs Bewohnerparken oder Parkerlaubnisse für Handwerker.

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