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Kölner Haie

Jobgarantie für Rodion Pauels

Von Christian Oeynhausen, 02.03.09, 22:32h

Es steht schlecht um die Kölner Haie. Die Nachwuchsabteilung des Vereins steht wegen Geldnot vor dem Aus. Die Eiszeiten der Jugendspieler sind zu teuer. Doch ein Hilferuf an die Stadt bringt viel zu wenig.

Thomas Eichin
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Hat Sorgen: Haie-Geschäftsführer Thomas Eichin. (Bild: Dahmen)
Thomas Eichin
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Hat Sorgen: Haie-Geschäftsführer Thomas Eichin. (Bild: Dahmen)
Der Stammverein kann das Geld für die Eiszeiten der Jugendspieler nicht mehr aufbringen.

Köln - Eine schrumpelige rosa Luftmatratze liegt am Montagmorgen im Beet vor der Kölnarena 2. Ein passendes Bild, irgendwie: Die Luft ist raus bei den Kölner Haien. Und die rosigen Zeiten, in denen Klubchef Heinz Hermann Göttsch an jedem Saisonende das Finanzloch stopfte, sind vorbei. Im ersten Stock sitzt Geschäftsführer Thomas Eichin und ringt um jeden Cent: „Ich bin damit beschäftigt, die Haie am Leben zu halten.“ Weitere Gespräche mit den Banken sind für diese Woche anberaumt. Noch ist der Rettungsplan mit den zehn Investoren, die der Unternehmer Hans-Joachim Ziems zusammengetrommelt hat, nicht abgesegnet: „Noch kein weißer Rauch“, so formuliert Eichin.

Parallel müssen die Haie trotzdem für eine nächste Spielzeit planen. Gestern bestätigte der Klub die Verpflichtung des slowakischen Stürmers Martin Bartek (28). Auch der Vertrag mit Angreifer Dusan Frosch aus Straubing wird nun wohl von den Kölnern gegengezeichnet. Manager Rodion Pauels genießt weiter das Vertrauen des Geschäftsführers, trotz der unglücklichen Transferpolitik des Vorjahres. Noch immer knabbert der Klub an den Altlasten. Mike Johnson, der gefeuerte Kanadier, wartet noch auf seine Abfindung. „Er kriegt schon sein Geld“, sagt Eichin. Sein Bekenntnis zum Manager fällt klar aus: „Rodion hat eine zweite Möglichkeit verdient. Und die kriegt er von mir. Dafür übernehme ich auch die Verantwortung. Ich weiß vielleicht besser als jeder andere, was er in vielen Jahren für den Klub geleistet hat. Ich lasse hier niemanden am langen Arm verhungern“, sagt Eichin.

Auf dem Eis der Trainingshalle verdient der Klub am Montag Geld. Die TV-Serie „Alles was zählt“ wird dort gedreht. Die Haie könnten die Halle an der Gummersbacher Straße noch stärker vermarkten. Firmen buchen gern Veranstaltungen mit Eishockey-Einlage im Profi-Umfeld und gemütlichem Abschluss in der Sportsbar. Mehrere tausend Euro kostet so etwas. Über eine Saison gesehen käme ein schöner Posten für den Etat zusammen.

Doch die meisten Eiszeiten in der Halle werden von der Nachwuchsabteilung gebraucht. Bisher hat Klubchef Göttsch die bundesweit hoch geschätzte Jugendarbeit des Stammvereins quersubventioniert, die jährlich 600 000 Euro verschlingt. Das geht nicht mehr.

Fast eine Viertelmillion Euro kosten allein die 1000 Stunden Eiszeit, die der KEC-Nachwuchs im Jahr benötigt. Etwa 50 000 Euro steuerte die Stadt Köln seit 2005 wegen der Schließung des Eisstadions Lentstraße dazu. Im Januar warb Rainer Maedge, Präsident des KEC e.V., bei Oberbürgermeister Fritz Schramma um eine Aufstockung. Das Ergebnis ist für die Haie ernüchternd: Zwar macht die Stadt 50 000 Euro extra locker. Aber die Summe wird nach einem Schlüssel aufgeteilt. Für die Eishockey-Jugend bleiben 18 500 Euro - 150 000 wären nötig gewesen. „Wir können nur ganze Mannschaften aus dem Spielbetrieb nehmen oder insgesamt weniger trainieren“, sagt Maedge.

Für heute ist ein Gespräch über die Zukunft des Kölner Sportinternats angesetzt, das KEC, 1. FC Köln und die Basketballer der 99ers gemeinsam betreiben. Die Einrichtung soll ausgebaut werden. Maedge mochte aber nicht mit leeren Händen kommen: „Ich habe abgesagt“.



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