Von Matthias Pesch, 03.03.09, 20:10h, aktualisiert 05.03.09, 10:52h
Bereits im November 2004 gerät der U-Bahn-Bau erneut in die Schlagzeilen: In der Kirche St. Maria im Kapitol werden Schäden an Wänden und Decke festgestellt. Während die KVB betont, die Schäden seien bereits vor Beginn der Bauarbeiten vorhanden gewesen, erklärt die Kirchengemeinde, einige Beschädigungen seien neueren Datums. KVB und Erzbistum einigen sich schließlich, wer welche Kosten für die Reparaturarbeiten in dem romanischen Gotteshaus übernimmt. Einzelheiten der Vereinbarung werden allerdings nicht bekannt.
Im August 2007 gibt dann der Ratsturm des Historischen Rathauses um sieben Millimeter nach. Zuvor waren bereits im Turmkeller des Gebäudes aus dem Jahr 1414 mehrere Risse festgestellt worden. Der Turmkeller, der für Trauungen genutzt wird, wird aus Sicherheitsgründen geschlossen. Die KVB spricht von einer „Gebäudesetzung“, die sich „im normalen Rahmen bewegt“.
Wenige Tage später beschädigt ein Bagger in der Baugrube am Kurt-Hackenberg-Platz ein 30 Zentimeter dickes Gasrohr. Weil Explosionsgefahr besteht, muss in einem Umkreis von einem Kilometer der Strom abgeschaltet werden - rund vier Stunden lang ist das Leben in der gesamten City lahm gelegt, im Rathaus, in Büros, Museen, Hotels, Tiefgaragen brennt kein Licht. Polizei und Feuerwehr sperren den Bereich weiträumig ab, an zehn Kreuzungen fallen die Ampeln fallen aus. In der Rentkammer des Historischen Rathauses werden gleichwohl mehrere Ehe geschlossen - bei Kerzenschein.
Im Juli 2008 werden in der unterirdischen Baustelle am Kurt-Hackenberg-Platz zwei Arbeiter verletzt. Ein Stahlträger hat sich gelöst und einen der Arbeiter am Rücken, den anderen am Arm getroffen. Die Männer, die an dem Verbindungsstück zwischen den U-Bahn-Tunneln im Norden und Süden arbeiteten, müssen von der Feuerwehr unter schwierigen Bedingungen aus 18 Metern Tiefe geborgen werden.
In zahlreichen Häusern entlang der rund vier Kilometer langen Trasse werden im Laufe der Jahre zudem immer wieder Risse festgestellt. Die KVB verweist stets auf das umfangreiche Paket an Maßnahmen, mit denen sie die Sicherheit der Gebäude gewährleisten wolle und entstandene Schäden behebe. Viele Anwohner klagen zudem über die zum Teil jahrelangen Lärm- und Dreckbelästigungen; zahlreiche Geschäftsleute vor allem in der Altstadt, in der Severinstraße und der Bonner Straße klagen über teils massive Umsatzeinbußen; eine Reihe von Geschäften müssen schließen. Die KVB hat ein Entschädigungsverfahren eingeführt, das aus Sicht zahlreicher Betroffener allerdings unbefriedigend ist.
Der Bau der Nord-Süd-Stadtbahn, deren erster Bauabschnitt nach nach ersten Schätzungen rund 630 Millionen Euro kosten sollte, wird inzwischen mit mehr als 950 Millionen Euro kalkuliert. Die ersten Bahnen sollen Mitte 2011 über die neue Trasse sollen.
Südlicher
04.03.2009 | 15.31 Uhr | m_schueller
Von der nördlichsten Stadt Italiens zur nördlichsten Stadt Ägyptens ...?
Typisch Kölsch ?
04.03.2009 | 13.56 Uhr | mengel08
Köln und seine Menschen werden sich von dieser Katastrophe erholen. In 5 Jahren wird man vom gestrigen Tag nur noch als Anekdote berichten und bequem…
"Dat war schon vorher kapott"
04.03.2009 | 11.03 Uhr | Elontril
Der KVB ist doch tatsächlich der älteste Prolo-Antwort eingefallen, die es gibt "Dat war schon vorher kapott". Und Schramma? Der sagt jetzt "Kevn…
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