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Newsticker zum Stadtarchiv

Chronik der Katastrophe: Tag des Unglücks

Von Unsere Redaktion, 03.03.09, 23:05h, aktualisiert 10.03.09, 08:58h

Gegen 14 Uhr bebt die Erde, einige Minuten später liegt das Kölner Stadtarchiv in Trümmern. Umliegende Krankenhäuser stellen sich auf zahlreiche Verletzte ein. Alle Besucher konnten sich aber ins Freie retten.

Einsturz Archiv Köln
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Gegen 14 Uhr stürzt das Stadtarchiv ein und reißt zwei Nachbargebäude mit in die Tiefe. (Bild: Franz Schwarz)
Einsturz Archiv Köln
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Gegen 14 Uhr stürzt das Stadtarchiv ein und reißt zwei Nachbargebäude mit in die Tiefe. (Bild: Franz Schwarz)
24.00 Uhr: Schichtwechsel bei der Polizei. Die Kölner Beamten, die seit Stunden im Einsatz sind, werden von Kollegen aus dem Umland abgelöst. Polizisten aus Aachen, Düsseldorf, Wuppertal und Krefeld sind angereist und übernehmen die Wache an den Absperrungen. Dass mitten in einer Großstadt eine Häuserzeile einstürzt, einfach so, das ist doch unfassbar, einfach Wahnsinn, sagt ein Beamter aus Aachen fassungslos.

23.45 Uhr: Zehn Bewohner der beiden eingestürzten Häuser links und rechts des Stadtarchivs sind obdachlos geworden. Sieben finden Unterschlupf in einem städtischen Wohnheim an der Boltensternstraße in Niehl. Drei verbringen die Nacht im Hotel Mercure an der Severinstraße. Die meisten konnten vor der Flucht von ihren Habseligkeiten nichts retten als die Kleidung an ihrem Körper.

23.30 Uhr: Einsatzkräfte der Feuerwehr und des Technischen Hilfsdienstes haben an der Rückseite des eingestürzten Stadtarchivs eine intakte Steintreppe entdeckt, die in den Keller führt. Er ist kaum beschädigt. Sie finden alte Akten, Bücher, Urkunden und andere wertvolle Schriftstücke aus dem Bestand des Archivs. Aufatmen bei den Mitarbeitern des Stadtarchivs. Sie eilen herbei und beginnen, die Dokumente zusammenzupacken.

23 Uhr: Der Kiosk an der Ecke Blaubach/Hohe Pforte macht heute Überstunden. Der Inhaber hat wegen der vielen Schaulustigen gute Geschäfte gemacht.

22.45 Uhr: Die Polizei zieht sehr viele Einsatzfahrzeuge ab; Rettungsfahrzeuge bleiben vor Ort. Unaufhörlich fahren weitere Betonmischer vor. Die Polizeibeamten lassen sie erst hinter die Absperrungen, wenn sie in die Führerhäuser geschaut und kontrolliert haben, ob nicht etwa Journalisten sich in den Fahrzeugen näher an die Unglücksstelle schmuggeln wollen.

22:20 Uhr: Spürhunde schlagen an der Unfallstelle an. Mit den Bergungsarbeiten kann aber erst im Moregngrauen begonnen werden, da massive Einsturzgefahr herrscht.

22:10 Uhr: Ein Feuerwehrsprecher gibt neue Vermisstenzahlen bekannt: Demnach sind derzeit fünf Personen vermisst.

22 Uhr: In kurzen Abständen fahren Betonmischfahrzeuge an der Unglücksstelle vor. 1000 Kubikmeter Beton werden zur Stabilisierung rangekarrt. Im Dunkeln werden die Fahrer von Helfern in leuchtend gelben Warnwesten rückwärts an die Grube herangewinkt, wo sie ihre Fracht entladen sollen.

21.30 Uhr: An der Nord-Süd-Fahrt, vor dem Tunnel an der Oper, stellen Polizeibeamte Absperrbaken auf; die Nord-Süd-Fahrt ist unpassierbar. Das Verkehrschaos für den Mittwochmorgen ist vorprogrammiert.

21 Uhr: Daniel Niggel steht an der Absperrung und kann es einfach nicht fassen. Er wohnte seit ein paar Tagen übergangsweise im dritten Stock des Hauses Severinstraße 232, direkt neben Nummer 230, dem Haus, das es jetzt nicht mehr gibt. Er hatte mittags ein Knirschen gehört, kurz darauf ein Unheil verkündendes Knacken. Als er beunruhigt auf den Flur gelaufen war, begann alles rund um ihn her zu wackeln. In rasender Hast lief er treppabwärts, und als er auf der Straße ankam, lag das Nachbarhaus schon in Trümmern. Niggel hat alle seine Sachen im Haus gelassen und keine Ahnung, wann er dorthin zurückkehren kann. Er friert in der dünnen Jacke, die ihm ein Bekannter geliehen hat. Aber er kann den Blick nicht von der Unglücksstelle wenden.

19:00: Die Caritas lässt kurzfristig ein Altenheim räumen. Ein Kran der benachbarten U-Bahnbaustelle droht auf das Gebäude des CBT-Wohnheims Sankt Georg zu kippen. Ein Kran der benachbarten U-Bahnbaustelle drohe auf das Gebäude des CBT-Wohnheims Sankt Georg zu kippen, sagte ein Sprecher des Diözesancaritasverbands auf Anfrage. Die 74 teilweise dementen Bewohner werden in Krankenwagen und Bussen in andere Altenheime gebracht. Ein Priester nimmt ein Ehepaar im Pfarrhaus auf, dessen Wohnung im ebenfalls zerstörten Nachbarhaus des Archivs gelegen hatte.

18:30 Uhr: Auf einer weiteren Pressekonferenz wird mitgeteilt, dass neun Menschen vermisst würden. Im Erdgeschoss von einem der eingestürzten Häuser befand sich eine Spielhalle. Es wird befürchtet, dass sich dort noch Menschen aufgehalten haben könnten.

15:45 Uhr: Pressekonferenz in der Feuerwehrwache an der Agrippastraße. Die Polizei spricht von einem vermissten Pärchen, das in einem der eingestürzten Häuser wohnt. Die Stadt gesteht ein, von Senkungsrissen im Fundament des Stadtarchivs gewusst zu haben. Ein Beweissicherungsverfahren habe jedoch attestiert, dass es keine Einsturzgefahr gebe.

13:58: Bei der Polizei geht ein Notruf ein: In der Severinstraße ist die Erde weggebrochen. Das Stadtarchiv ist komplett und zwei angrenzende Wohnhäuser teilweise eingestürzt. Wasser soll in den neuen U-Bahntunnel der Nord-Süd-Bahn eingedrungen sein. Neben den Trümme



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