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Schätze aus dem Stadtarchiv 9

Der Denker Albertus Magnus

Von Michael Hesse, 06.03.09, 00:53h, aktualisiert 06.03.09, 12:21h

Der Verlust der Handschriften von Albertus Magnus wäre ein immenser Verlust für Philosophie und Theologie. Der Gelehrte gilt heute als überragende Gestalt unter den Metaphysikern seiner Zeit. Wir stellen einige der wichtigsten Archivalien aus Kölns Historischem Archiv vor.

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Albertus Magnus vor dem Hauptgebäude der Kölner Universität. (Bild: Worring)
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Albertus Magnus vor dem Hauptgebäude der Kölner Universität. (Bild: Worring)
Er gilt als einer der bedeutendsten Denker des Mittelalters, auch wenn er lange im Schatten des Ruhmes seines Schülers Thomas von Aquin stand. Albertus Magnus (1193-1280) gilt heute als überragende Gestalt unter den Metaphysikern seiner Zeit. Durch ihn fand die Philosophie des Griechen Aristoteles Eingang in die christliche Dogmatik des mittelalterlichen Denkens. „Der Verlust der Handschriften von Albertus Magnus im Kölner Stadtarchiv wäre ein immenser Verlust für Philosophie und Theologie“, sagt Ludger Honnefelder, Experte der Philosophie Alberts des Großen.

Im Stadtarchiv lagerten 25 Urkunden, die sich auf Albert bezogen und acht Handschriften Alberts. Besonders tragisch: darunter befanden sich zwei Autographen, also Manuskripte, die er er selbst geschrieben hatte. Sie sind besonders wertvoll, da üblicherweise zu Alberts Zeit diktiert wurde und ein anderer als der „Autor“ schrieb. Wären der Kommentar Alberts zur aristotelischen Schrift über die Lebewesen „De Animalibus“ und ein Kommentar über Matthäus-Evangelium verloren, „wäre das ein erheblicher Verlust“, so Honnefelder. Denn für eine kritische Einzeledition reicht die Einsichtname in die Kopien der Schriften nicht aus.

Der Grund: Beim „De Animalibus“-Kommentar gibt es ungelöste Probleme bei der Gliederung. Forscher behelfen sich in einem solchen Fall mit einer so genannten „Autopsie“: Mit einer Lupe ausgerüstet, untersuchen sie unter einer Rotlichtlampe, ob von einem Autor eine Stelle überschrieben wurde, ob Korrekturen vorgenommen wurden - oder er selbst oder einer seiner Schüler Randbemerkungen angefügt haben. Am 12. März spricht Honnefelder im Museum Ludwig über eben jenen Albertus Magnus.



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