Von Michael Hesse, 06.03.09, 00:53h, aktualisiert 06.03.09, 12:21h
Im Stadtarchiv lagerten 25 Urkunden, die sich auf Albert bezogen und acht Handschriften Alberts. Besonders tragisch: darunter befanden sich zwei Autographen, also Manuskripte, die er er selbst geschrieben hatte. Sie sind besonders wertvoll, da üblicherweise zu Alberts Zeit diktiert wurde und ein anderer als der „Autor“ schrieb. Wären der Kommentar Alberts zur aristotelischen Schrift über die Lebewesen „De Animalibus“ und ein Kommentar über Matthäus-Evangelium verloren, „wäre das ein erheblicher Verlust“, so Honnefelder. Denn für eine kritische Einzeledition reicht die Einsichtname in die Kopien der Schriften nicht aus.
Der Grund: Beim „De Animalibus“-Kommentar gibt es ungelöste Probleme bei der Gliederung. Forscher behelfen sich in einem solchen Fall mit einer so genannten „Autopsie“: Mit einer Lupe ausgerüstet, untersuchen sie unter einer Rotlichtlampe, ob von einem Autor eine Stelle überschrieben wurde, ob Korrekturen vorgenommen wurden - oder er selbst oder einer seiner Schüler Randbemerkungen angefügt haben. Am 12. März spricht Honnefelder im Museum Ludwig über eben jenen Albertus Magnus.
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