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Stadtarchiv

Hilfsangebote aus der Republik

Von Christian Hümmeler, 05.03.09, 20:20h, aktualisiert 06.03.09, 12:16h

Institutionen und Verbände bieten Hilfe bei der Bergung und Sanierung der noch zu rettenden Bestände des Stadtarchivs an. Unterstützung wird in jeder Form zugesagt: finanziell, materiell, direkte Mitarbeit.

So stellt etwa Isabel Pfeiffer-Poensgen, Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder, eine Soforthilfe zur schnellen Sicherung der wertvollen Archivbestände in Aussicht: „Die Katastrophe von Köln zeigt einmal mehr, wie wichtig die Sicherung nationaler Kunstschätze auch in heutigen Tagen ist.“ Erst vor wenigen Wochen habe die Kulturstiftung der Länder einen bedeutenden Teil des Nachlasses von Heinrich Böll dem Historischen Archiv der Stadt Köln übergeben können: „Auch vor diesem Hintergrund trifft uns die Katastrophe wie ein Schock.“ Noch am Abend der Katastrophe habe man der Stadt 50 000 Euro Soforthilfe zur schnellen Sicherung des unwiederbringlichen Archivbestandes angeboten.

Der Deutsche Kulturrat hat an Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) appelliert, dem von einer Einsturzkatastrophe betroffenen Kölner Stadtarchiv zu helfen. Die von dem Einsturz betroffenen Dokumente hätten eine nationale Bedeutung, so Geschäftsführer Olaf Zimmermann am Donnerstag in einer Presseerklärung. Der Kulturrat erinnerte in diesem Zusammenhang an die Hilfe des Bundes beim Wiederaufbau der von einer Brandkatastrophe betroffenen Anna Amalia Bibliothek in Weimar. Der Verlust einmaliger Dokumente sei für Wissenschaft und Forschung über die Stadt Köln hinaus dramatisch.

Für die aufwändigen Bergungs- und Restaurierungsarbeiten schlägt der Landschaftsverband Rheinland - der ein Team von sieben Restauratoren zwecks Hilfeleistung zur Verfügung gestellt hat - in Zusammenarbeit mit dem Rheinischen Wirtschaftsarchiv einen Hilfsfonds für das Kölner Historische Archiv vor. „Es geht um eine ähnlich gigantische nationale Anstrengung wie bei der Anna Amalia Bibiliothek oder der Dresdner Frauenkirche“, erklärte der Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland, Jürgen Wilhelm. Hilfsangebote kommen auch aus den Archiven der Hansestädte Lübeck, Hamburg und Bremen und aus dem NRW-Landesarchiv in Münster. Die hessische Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hürmann (CDU) bot an, 50 angehende Archivare aus der Archivschule Marburg für mehrere Tage nach Köln zu schicken, um dort bei der Bergung, Sichtung und Klassifizierung der Archivalien zu helfen.

Ein Zusammenschluss zahlreicher Kölner Initiativen, von den Freunden des historischen Archivs über Kölnischen Kunstverein, den Förderverein Romanische Kirchen bis hin zum Verein zur Förderung von Architektur und Städtebau und viele mehr, forderte die Stadt unterdessen auf, die Trümmer unverzüglich zu sichern und die Überreste so schnell wie möglich zu bergen, will aber mit einer Spendensammlung ebenfalls Hilfe leisten. Im Severinsviertel hat sich derweil eine Bürgerinitiative zusammengefunden, bei der sich freiwillige Helfer melden können.



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