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Schätze aus dem Stadtarchiv 10

Foto-Sammler L. Fritz Gruber

Von Georg Imdahl, 07.03.09, 00:17h, aktualisiert 16.03.09, 10:59h

Ob sich unter den geborgenen Beständen des eingestürzten Historischen Archivs auch jene nicht weniger als 14 000 Aufnahmen befinden, die L. Fritz Grubers ungewöhnlich produktives Leben als Foto-Sammler und Kurator bezeugen, ist noch nicht bekannt.

Große Teile der Fotografie- und Filmbestände, so verlautete am Freitag, hätten aus den Trümmern des Historischen Archivs geborgen werden können. Damit verbinden sich Hoffnungen. Ob sich unter den geborgenen Beständen auch jene nicht weniger als 14 000 Aufnahmen befinden, die L. Fritz Grubers langes, ungewöhnlich produktives Leben als Foto-Sammler und Kurator bezeugen, ist zur Stunde nicht bekannt. Gruber hatte die Bilder von den zahlreichen berühmten Fotografen in seinem Freundeskreis gemacht, hatte sie zur Erinnerung an Reisen und als Gedächtnisstützen für seine Texte erstellt. Viele dieser Bilder stammen auch von Dritten, die den leidenschaftlichen Foto-Liebhaber festhielten.

„Fast wie ein zweiter Tod“ habe sie die Nachricht vom Einsturz des Stadtarchivs ereilt, berichtet Renate Gruber - und den damit verbundenen Verlust umfangreichen Nachlasses ihres 2005 gestorbenen Ehemann. Seit 1984 hatte Gruber alle seine Unterlagen in das Archiv der Stadt Köln gegeben, die seinen persönlichen und beruflichen Lebensweg dokumentierten. Auf etwa 20 Regalmeter schätzt Renate Gruber den gesamten Nachlass. „Das ist zwar nur ein Mosaikstein aus einem riesigen Ganzen“, sagt sie, „aber für uns ein sehr bedeutsamer.“

Nicht zu erfahren war am Freitag, ob die Foto- und Textbestände aus dem Nachlass Gruber getrennt aufbewahrt wurden. Für gewöhnlich gilt diese Trennung von Bildern und Skripten in der wissenschaftlichen Konservierung als gebräuchlich. Im Fundus Grubers befanden sich jene 300 Fotografien Konrad Adenauers, die der Begründer der Fotoschauen zur photokina in den 50er Jahren für die Bildbiografie des späteren Bundeskanzlers aus Köln verwendet hatte. Das früheste Dokument, das der 1908 geborene Gruber aufbewahrt hatte, war die Hochzeitsanzeige seiner Eltern von 1900. Als 16-jähriger hatte der Schüler ein Gedicht über einen Baum vor dem Fenster der Schulklasse verfasst - „Die Pappel“ -, das diese Zeitung 1924 abdruckte. Archivgut waren auch sämtliche Manuskripte für die insgesamt 700 Publikationen, an denen Gruber im Lauf der Jahrzehnte mitgewirkt hatte oder die unter seinem Namen erschienen.

Seine Korrespondenzen mit den Größen der Fotografie führte Gruber mit Freunden, die in ihm den genialen Protagonisten ihres Metiers erkannten - Edward Steichen, Man Ray, Irivng Penn. Besonderes lokales Kolorit schlägt sich in den Briefwechseln mit dem Schulfreund Gunter Sander nieder, dem Sohn August Sanders. Die Briefwechsel mit diesem wiederum befinden sich noch bei der Witwe, da Gruber bis zuletzt über den herausragenden Künstler der Neuen Sachlichkeit gearbeitet hatte.



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