Von Sigrid Schulze, 10.03.09, 21:04h
Warum so viel Mühe? Warum ein Kursus mit einem Kind, das erst wenige Wochen alt ist und möglicherweise das Spiel mit Federn und Fingerpüppchen komplett verschläft? „Es tut einfach gut, mal wieder rauszukommen - schließlich ist man nach der Geburt eines Kindes zunächst sehr ans Haus gebunden“, erinnert sich Anne Gerling aus Köln-Vogelsang, Mutter von Julian (2) und Antonia (5). Rauskommen, das heißt: Leute treffen, neue Kontakte knüpfen, sich austauschen. Dazu kommt praktische Lebenshilfe: Wie binde ich ein Didymos-Tuch? Und wie koche ich einen leckeren Gemüse-Brei? Oft kennen die Gruppenleiterinnen alltagstaugliche Tipps.
Väter kommen selten mit
„Viele Eltern haben ausschließlich Freunde in anderen Lebenssituationen“, sagt die Kölner Sozialpädagogin Bärbel van Dawen, PEKiP-Gruppenleiterin und Mitglied des PEKiP-Fortbildungsteams. Sprich: Die Freunde haben noch gar keine oder schon ältere Kinder. Alltagsfragen lassen sich aber am besten mit anderen jungen Eltern klären. Klar, manchmal kommt auch Konkurrenz auf. „Was, Tobias krabbelt immer noch nicht? Lina läuft schon!“ Wer sich davon nicht aus der Ruhe bringen lässt, hat gute Chancen, im Krabbelkurs Freunde fürs Leben zu gewinnen.
Kontakte brauchen überdies nicht nur die Erwachsenen. „Schon Babys merken den Unterschied zwischen Erwachsenen und Kindern, wenden sich den anderen Babys zu, ahmen sie nach, krabbeln ihnen hinterher“, sagt Bärbel van Dawen. „Babys brauchen Gleichaltrige. Natürlich müssen sie die nicht unbedingt in einer Krabbelgruppe finden.“ Aber eine Krabbelgruppe biete einen besonderen Vorteil: Die Regelmäßigkeit der Treffen. „Mit der Zeit merkt man den Babys an, dass sie die Situation und die anderen Babys wiedererkennen.“ So können im Laufe der Zeit aus kleinen Schreihälsen richtige Sandkasten-Freunde werden. Damit die Kinder später gemeinsam dieselbe Kita erobern können, ist es sinnvoll, eine Gruppe in der Nähe zu suchen.
„Es ist total interessant zu sehen, wie sich die Kinder entwickeln“, sagt Anne Gerling, die mit ihren beiden Kindern Krabbelkurse besucht hat. Das finden auch immer mehr Väter, die zwar öfter als früher dabei sind, aber nach wie vor Seltenheitswert haben. Fabel-Familienbegleiterin Angelika Sehringer: „In zehn Kursen ist vielleicht mal ein Vater dabei.“ Das, so Sehringer, liege nicht unbedingt an mangelndem Interesse seitens der Väter. „Männer gehen in der Regel erst dann in Elternzeit, wenn die Babys etwas älter sind.“
Krabbelgruppen in Köln
22.03.2011 | 16.11 Uhr | tanteastrid
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