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Familie

Krabbelgruppen nutzen Kind und Eltern

Von Sigrid Schulze, 10.03.09, 21:04h

Wenn aus Schreihälsen Sandkastenfreunde werden - In Baby-Kursen finden Kleinkinder erste Freunde. Und ihre Eltern kommen nach den anstrengenden ersten Wochen mal wieder raus und können sich gegenseitig Tipps für den Alltag geben.

Nadine Stange
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Nadine Stange, Mutter von Anna-Lia (r.): „Die Krabbelgruppe ist für Babys etwas Besonderes, eine Zeit, in der sie Spaß haben und neue Eindrücke gewinnen.“ (Bild: Schulze)
Nadine Stange
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Nadine Stange, Mutter von Anna-Lia (r.): „Die Krabbelgruppe ist für Babys etwas Besonderes, eine Zeit, in der sie Spaß haben und neue Eindrücke gewinnen.“ (Bild: Schulze)
Eva de Coninck
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Eva de Coninck, Mutter von Marlene (4) und Jakob (1): „Krabbelgruppe, dafür fehlt mir als Studentin einfach die Zeit. Das finde ich aber nicht tragisch. Marlene ist bereits im Alter von einem Jahr in eine Kindertagesstätte gegangen - und auch Jakob hat seit seinem achten Lebensmonat einen Kita-Platz. In der Kita finden die Kinder alles, was eine Krabbelgruppe bietet.“ (Bild: Schulze)
Anne Gerling
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Anne Gerling, Mutter von Antonia (5) und Julian (2): „Es hat gut getan, mal wieder was anderes zu sehen als die eigenen vier Wände. Und es hat mir geholfen, mich mit anderen Müttern auszutauschen: allein zu erfahren, dass andere ähnliche Schwierigkeiten mit ihren Babys hatten. Wir haben Familien kennengelernt, mit denen wir uns heute noch treffen.“ (Bild: Schulze)
Eva de Coninck
Anne Gerling
9 Uhr - eigentlich kein schlechter Zeitpunkt für einen Termin mit einem Baby, das ohnehin schon seit 5.30 Uhr morgens fröhlich herumquäkt. Doch pünktlich um 8.30 Uhr sind die Windeln voll, zehn Minuten später siegt unaufschiebbarer Hunger über alle Terminpläne. So geht es vielen Müttern und Vätern, wenn sie mit ihren Babys in die Krabbelgruppe wollen. Atemlos und schweißgebadet erreichen sie - meist gerade noch pünktlich - den Babytreff.

Warum so viel Mühe? Warum ein Kursus mit einem Kind, das erst wenige Wochen alt ist und möglicherweise das Spiel mit Federn und Fingerpüppchen komplett verschläft? „Es tut einfach gut, mal wieder rauszukommen - schließlich ist man nach der Geburt eines Kindes zunächst sehr ans Haus gebunden“, erinnert sich Anne Gerling aus Köln-Vogelsang, Mutter von Julian (2) und Antonia (5). Rauskommen, das heißt: Leute treffen, neue Kontakte knüpfen, sich austauschen. Dazu kommt praktische Lebenshilfe: Wie binde ich ein Didymos-Tuch? Und wie koche ich einen leckeren Gemüse-Brei? Oft kennen die Gruppenleiterinnen alltagstaugliche Tipps.

Väter kommen selten mit

„Viele Eltern haben ausschließlich Freunde in anderen Lebenssituationen“, sagt die Kölner Sozialpädagogin Bärbel van Dawen, PEKiP-Gruppenleiterin und Mitglied des PEKiP-Fortbildungsteams. Sprich: Die Freunde haben noch gar keine oder schon ältere Kinder. Alltagsfragen lassen sich aber am besten mit anderen jungen Eltern klären. Klar, manchmal kommt auch Konkurrenz auf. „Was, Tobias krabbelt immer noch nicht? Lina läuft schon!“ Wer sich davon nicht aus der Ruhe bringen lässt, hat gute Chancen, im Krabbelkurs Freunde fürs Leben zu gewinnen.

Kontakte brauchen überdies nicht nur die Erwachsenen. „Schon Babys merken den Unterschied zwischen Erwachsenen und Kindern, wenden sich den anderen Babys zu, ahmen sie nach, krabbeln ihnen hinterher“, sagt Bärbel van Dawen. „Babys brauchen Gleichaltrige. Natürlich müssen sie die nicht unbedingt in einer Krabbelgruppe finden.“ Aber eine Krabbelgruppe biete einen besonderen Vorteil: Die Regelmäßigkeit der Treffen. „Mit der Zeit merkt man den Babys an, dass sie die Situation und die anderen Babys wiedererkennen.“ So können im Laufe der Zeit aus kleinen Schreihälsen richtige Sandkasten-Freunde werden. Damit die Kinder später gemeinsam dieselbe Kita erobern können, ist es sinnvoll, eine Gruppe in der Nähe zu suchen.

„Es ist total interessant zu sehen, wie sich die Kinder entwickeln“, sagt Anne Gerling, die mit ihren beiden Kindern Krabbelkurse besucht hat. Das finden auch immer mehr Väter, die zwar öfter als früher dabei sind, aber nach wie vor Seltenheitswert haben. Fabel-Familienbegleiterin Angelika Sehringer: „In zehn Kursen ist vielleicht mal ein Vater dabei.“ Das, so Sehringer, liege nicht unbedingt an mangelndem Interesse seitens der Väter. „Männer gehen in der Regel erst dann in Elternzeit, wenn die Babys etwas älter sind.“



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