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Fotoausstellung

Drei ganz persönliche Blicke auf Köln

Von Ralph Jansen, 10.03.09, 17:13h

Die ganze Familie Modis fotografiert - zusammen haben sie etwa ein Gemälde von Degas fotografisch nach empfunden. In Frechen sind Bilder von Köln derzeit auf einer Ausstellung zu sehen.

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Genau wie ihre Eltern Karin und Jürgen Modis fotografiert auch Tochter Marina leidenschaftlich gern. BILD: JANSEN
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Genau wie ihre Eltern Karin und Jürgen Modis fotografiert auch Tochter Marina leidenschaftlich gern. BILD: JANSEN
Bergheim-Glessen - Eine junge rothaarige Frau und ein schwarz gekleideter, bärtiger Mann sitzen an einem marmornen Wirtshaustisch. Der Blick der Dame verliert sich. Der Mann zieht an seiner Pfeife. „Der Absinth“ hat der berühmte französische Impressionist Edgar Degas sein 1876 entstandenes Gemälde genannt. Im Stommelner Restaurant Iguana ließ Marina Modis (20) das Meisterwerk wiederauferstehen. Gemeinsam mit ihren Eltern Karin (48) und Jürgen Modis (49) stellte sie die Kulisse des berühmten Vorbilds in etwa nach, hüllte sich selbst in ein wallendes Gewand und interpretierte das Werk gemeinsam mit einem Freund als historisierende Fotografie. Dazu verwandelte die Familie das Restaurant kurzerhand in ein Fotostudio und schleppte Blitzanlage, Kostüme und Kameras an den Set, bevor der Wirt seine Türen öffnete.

Fotografie verbindet in der Glessener Familie Modis die Generationen. Die Eltern sind beide vom Fach. Jürgen Modis arbeitet als Artdirector bei Data Becker in Düsseldorf, Karin Modis ist ausgebildete Reproduktionsfotografin, die in der Dunkelkammer etwa für das Label EMI in Köln früher an zahlreichen Plattencovern gefeilt hat. Schon vor 20 Jahren baute sie zusammen mit Kollegen und einem Schreiner ihre eigene großformatige Plattenkamera aus Wengenholz, mit der sie im Auftrag von Computerzeitschriften Coverfotos aufnahm.

Tochter Marina, eines von drei Kindern, hat die Liebe zur Kamera geerbt. Sie macht zurzeit ihr Abitur am Horremer Adolf-Kolping-Berufskolleg, wo sie gleichzeitig als Gestaltungstechnische Assistentin ausgebildet wird. Auch die Degas-Replik entstand im Rahmen eines Schulprojekts.

Beruflich hat Jürgen Modis eher mit farbenprächtigen Covern für Verpackungen, Software und Internetseiten zu tun. Sein Ausgleich ist das leise Klicken der Hasselblad-Kamera, die Modis fast nur mit Schwarz-Weiß-Filmen bestückt. Die künstlerischen Vorlieben ihres Vaters beschreibt Tochter Marina so: „Er fotografiert sehr gerne kontrastreich, auf jeden Fall in Schwarz-Weiß, nimmt die Bilder so, wie die Situation sie anbietet, und spielt gerne mit Schärfe und Unschärfe.“

Jeder in der Familie hat andere Stärken. So sagt Jürgen Modis über seine Frau Karin: „Sie hat ein sehr gutes Auge, konzentriert sich sehr stark auf das Motiv und kann im Gegensatz zu mir mit Farbe gut umgehen. Ihr ist es egal, welches Objektiv sie draufhat, sie stellt sich augenblicklich auf die Gegebenheiten der Kamera ein.“

Wieder ganz anders sehen die Eltern die Arbeiten der Tochter: „Sie fotografiert wild drauf los, macht ihre Erfahrungen und ändert ihr Vorgehen entsprechend.“ Marina, die meist digital arbeitet, hat natürlich nicht das Problem früherer Tage, dass teure Filmrollen nur ein gutes Dutzend Aufnahmen bieten. Der Speicherplatz auf Chip und PC ist im Vergleich zu Mittel- und Großformat nahezu unerschöpflich. Wegschmeißen ist keine Sünde mehr. Diese Möglichkeiten hatten die Eltern beim Lernen noch nicht: „Sie fotografiert in Spiegel hinein, ändert die Perspektiven, legt sich hin, lässt Freundinnen die Haare und Hände schütteln und bearbeitet dann die Resultate am Computer.“

Gemeinsam hat sich die Familie in Köln auf Motivsuche gemacht. Missstände und die Liebe zu Köln, imposante, aber auch verbaute Ansichten des Doms, Lebensqualität und Schattenseiten von Köln sind Themen, denen sich die drei Fotografen gewidmet haben. Entstanden ist eine sehr persönliche Bilderschau, die derzeit in den Räumen der ASH Sprungbrett in Frechen, Hauptstraße 64-68, während der üblichen Bürozeiten zu sehen ist.



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