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Auf der Anklagebank

Durchs Dach in den Supermarkt

Von Benjamin Jeschor, 10.03.09, 17:06h

Eine Einbrecherbande steht vor Gericht, weil sie für mehrere Einbrüche in Supermärkte und Kiosks verantwortlich gemacht werden. Die Täter hatten es hauptsächlich auf Zigaretten abgesehen. Auf frischer Tat wurden die Täter allerdings nicht.

Lohmar / Bonn - Ein Loch stemmten Einbrecher in das Flachdach eines Lohmarer Supermarktes und seilten sich anschließenden in den Geschäftsraum ab, um Zigaretten mitgehen zu lassen. Davon ist die Staatsanwaltschaft überzeugt, die jetzt zwei Männer wegen insgesamt vier gewerbs- und bandenmäßiger Einbruchsdiebstähle angeklagt hat. Demnächst müssen sich die 22 und 31 Jahre alten Beschuldigten vor dem Bonner Landgericht verantworten. In der Nacht auf den 20. April des vergangenen Jahres stieg der 22 Jahre alte Gebäudereiniger aus Aschaffenburg laut Anklage mit einem bislang unbekannten Mittäter in den Lohmarer Supermarkt ein. Dort sollen die Täter Zigarettenkästen aufgebrochen, die Beute in Müllsäcke gepackt und anschließend im Kofferraum des Fluchtautos verstaut haben. Allerdings flüchteten sie ohne Beute: Offenbar bemerkten die Männer eine Polizeistreife und liefen davon.

Tür aufgehebelt

Im Oktober 2008 ging die deutschlandweite Einbruchsserie dann weiter, so die Staatsanwaltschaft. Zunächst sollen nachts aus einer Tankstelle in Großostheim Zigaretten im Wert von 6800 Euro gestohlen worden sein. Nur drei Tage später schlug die in wechselnder Besetzung agierende Einbrecherbande laut Anklage in Offenbach zu. Die Beute: erneut Zigaretten, diesmal im Wert von 14 500 Euro.

Ein Kölner Kiosk war Ende Oktober Ziel: Der 32-Jährige hatte anscheinend bereits die Tür aufgehebelt, als sein Schmiere stehender Kumpel Alarm schlug - ein Nachbar soll sie auf frischer Tat ertappt haben. Ohne Beute seien die Einbrecher daraufhin geflüchtet.

Der 31-Jährige muss sich zudem wegen eines schweren Raubes vor Gericht verantworten, den er bereits im Oktober 2005 in München nach einer Auktion begangen haben soll. Fünf Personen hatte der Beschuldigte laut Anklage mit einer Gaspistole bedroht und eine grüne Geldkassette mit 6400 Euro entwendet. Der Bande auf die Schliche kamen die Ermittler offenbar durch eine Handy-Ortung nach dem Einbruch in Lohmar. Die in Untersuchungshaft sitzenden Männer sollen weitgehend geständig sein.



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