Von Renate Hofmann, 10.03.09, 18:31h, aktualisiert 10.03.09, 18:37h
„Das Freilichtmuseum bringt Heimat nahe“, freute sich Landrat Frithjof Kühn über das Präsent. Schließlich fühlten sich die Einwohner großer Teile des Kreises mit dem Bergischen verbunden. „Landschaftliche Grenzen wirken emotionaler als kommunale Grenzen.“
Das bestätigte auch Museumsleiter Michael Kamp. Ihm habe das Jubiläumsmotto „Meine Heimat“ des Kreises zugesagt. Es passe sehr gut zu dem, was das Freilichtmuseum Lindlar zeige und vermittle. Schließlich liege der Schwerpunkt auf Umwelt und Ökologie. Gezeigt werde, wie Menschen früher mit der Natur gelebt und gearbeitet haben. Zudem steht ein altes Fachwerkhaus aus Windeck, das Haus Hoppengarten, nach der Umsiedlung in Lindlar: „Unser Filetstück.“
Schon jetzt ist das Museum begehrtes Ausflugsziel. Im vergangenen Jahr kamen erstmals mehr als 100 000 Besucher, davon 20 000 aus dem Rhein-Sieg-Kreis. Natürlich wolle der LVR das Jubiläum auch nutzen, um sein Museum noch bekannter zu machen. Schließlich werde ein wichtiges Ziel verfolgt: das Augenmerk auf den Wert der Arbeit zu richten. „Das Grundwissen geht zunehmend zurück“, hat Kamp festgestellt. Dagegen soll angegangen werden - unter anderem, indem über Feldarbeit und die Herstellung von Nahrungsmitteln, die nicht einfach nur aus der Dose kommen, informiert werde.
Kamp gibt ein Beispiel. Immer wieder konkurriere Bergische Grauwacke mit preisgünstigen Pflastersteinen aus anderen Ländern der Welt, nachgewiesenermaßen auch aus Unternehmen, die Kinder arbeiten ließen. Oft stehe das Produkt aus heimischer Herstellung im Wettbewerb, weil es teurer sei. Aber regulär hergestellte Ware habe schließlich ihren Preis, ergänzt Kamp. Auch wenn ein Balkonstuhl aus Holz nur 30 Euro koste, könne nicht alles mit rechten Dingen zugehen. Da werde entweder im Regenwald illegal geschlagenes Holz verwendet oder in der Fertigung auf Kinderarbeit zurückgegriffen.
Diese ernsten Themen bilden zwar die Basis der Museumsarbeit, stehen bei den Besuchen aber im Hintergrund. Da ist vielmehr praktisches Landleben angesagt: dem Rheinischen Kaltblut bei der Arbeit auf dem Feld zuschauen oder einen Blick auf das Rote Höhenvieh werfen, das früher nicht nur als Milch- und Fleischlieferant war, sondern auch Wagen und Flug zog. Und das alles zu günstigen Preisen. „Für kleines Geld können die Besucher hier einen erlebnisreichen Tag verbringen“, wirbt der Museumschef. Und diese Preise sind jetzt noch einmal reduziert.
Eintrittspreise Ab heute bis zum Jahresende kostet der Eintritt für Erwachsene aus dem Kreis 3 statt 4,50 Euro. Kinder und Jugendliche sind bis zum Alter von 18 Jahren frei, und die Familienkarte ist von 9 auf 6 Euro reduziert worden.
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