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Schaulustige

„Ausflugsziel“ Absperrgitter

Von Thorsten Moeck, 15.03.09, 19:27h, aktualisiert 18.03.09, 08:59h

Immer mehr Schaulustige verfolgen die Arbeiten an der Stelle des eingestürzten Stadtarchivs. Die Menschen zieht es auch deshalb zum einstigen Stadtarchiv, weil inzwischen der zweite Vermisste tot aus dem Schuttberg geborgen werden konnte.

Schaulustige am Stadtarchiv
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Zaungäste in der Südstadt: Am Wochenende zog es viele Schaulustige zu den Absperrungen vor dem einstigen Stadtarchiv. (Bild: Schwarz)
Schaulustige am Stadtarchiv
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Zaungäste in der Südstadt: Am Wochenende zog es viele Schaulustige zu den Absperrungen vor dem einstigen Stadtarchiv. (Bild: Schwarz)
Einsturz Kölner Archiv
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Khalil hatte keine Überlebenschance. Branddirektor Peter Hartl zeigt jene Stelle, wo der Student gefunden wurde. Er lag unter einer fünf Meter hohen Schuttschicht. (Bild: Schwarz)
Einsturz Kölner Archiv
Innenstadt - Ein wenig müssen sich die Sicherheitskräfte in den gelben Jacken vorkommen wie Tiere im Zoo. Am Zaun vor ihnen drängen sich die Menschen, sie halten Videokameras und Fotoapparate in den Händen. Viele von ihnen starren fassungslos auf einen großen Trümmerberg, der von einer Plastikfolie überzogen ist. „Wen das kalt lässt, der ist kein Mensch“, sagt ein älterer Herr aus Koblenz. Der offizielle Grund für seinen Abstecher nach Köln ist der Besuch von Verwandten - auf den Abstecher zu Deutschlands derzeit wohl bekanntestem Archiv wollte er aber nicht verzichten.

Am Wochenende hat an den Zäunen rund um das eingestürzte Stadtarchiv ein beachtlicher Tourismus eingesetzt. Menschen haben ihre Radtouren extra durch die Südstadt gelegt, um einen Blick auf die Trümmer werfen zu können. Ein Mann aus Freiburg redet nicht lange drum herum. „Ja, ich bin Katastrophentourist“, sagt er. Eigentlich ist er mit seinen Kindern zum Konzert von Peter Fox nach Köln gekommen, aber auch er wollte die Einsturzstelle sehen, über die seit nun knapp zwei Wochen in den Medien berichtet wird: „In der Nähe von Freiburg wird momentan nach Erdwärme gebohrt. Auch dort haben die Häuser Risse. Das ist kein schönes Gefühl.“

Die Menschen zieht es auch deshalb zum einstigen Stadtarchiv, weil inzwischen der zweite Vermisste tot aus dem Schuttberg geborgen werden konnte. Es ist halt ein Unterschied, ob man bei einer Leichensuche zuschaut oder bei der Bergung von Archivmaterial. Ein Mann aus Buchheim hat eine Kerze für die Opfer angezündet. „Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn die Katastrophe am Rosenmontag passiert wäre“, meint er.

Die Feuerwehr hat am Wochenende einen Einblick an jene Stelle gewährt, wo am Donnerstagabend die Leiche des Studenten Khalil G. (24) gefunden worden war. Der Verschüttete lag unter einer fünf Meter hohen Trümmerschicht begraben. Er ist inzwischen nach Marokko geflogen worden, wo die Beisetzung stattfinden soll. Am Sonntag genehmigten sich die Helfer, die nun nach Archivalien suchen, erstmals einen Ruhetag. Nun wird in Zwölf-Stunden-Schichten nach Urkunden und Schriften gesucht.



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