Von Ulrike Süsser, 18.03.09, 13:21h
Der Leiter der Steb, Otto Schaaf, eröffnete eine Ausstellung zum Thema und erinnerte an die Jahrhunderthochwässer der Jahre 1993 und 1995. Damals erreichte der Rheinpegel 10,63 Meter beziehungsweise 10,69 Meter. Die Überschwemmung war enorm, es entstand ein Schaden von 85 Millionen Euro. Heute ist Köln bis zu einem Pegel von 11,30 und 11,90 Meter geschützt. Die Mauern und Deiche fügen sich unauffällig in die Landschaft ein und tragen gestalterisch zur Verschönerung der Uferzonen bei, wie etwa die neue Promenade an der Uferstraße in Rodenkirchen.
Otto Schaaf wies gleichzeitig darauf hin, dass dennoch immer noch Risiken bestünden. Vor allem die Gefahr durch aufsteigendes Grundwasser dürfe nicht unterschätzt werden. „Die Ereignisse an der Severinstraße haben dramatisch vor Augen geführt, was im Untergrund so alles passiert“, meinte Thomas Kahlix von der Bürgerinitiative Hochwasser. Er und Reinhard Vogt von der Kölner Hochwasserschutzzentrale informierten ausführlich über das „Phänomen Grundwasser“, das bei einem extrem steigenden Pegel zu Aufbrüchen in Kellerböden führen könne.
Wenn unterirdische Kanäle undicht seien, könne zudem das Grundwasser zusammen mit Erdreich in die Leitungen fließen, meinte Otto Schaaf. Andererseits könnten Abwässer in das Grundwasser gelangen. Vor diesem Hintergrund seien die anstehenden Untersuchungen der Hauskanalanschlüsse sehr sinnvoll. Dazu soll es noch gesonderte Veranstaltungen geben. An den Beratungstagen, die im Bezirksrathaus jeden ersten Dienstag im Monat stattfinden, stehen außerdem ab sofort Mitarbeiter der Steb für Auskünfte zur Verfügung.
Die Veranstaltung mit Ausstellungseröffnung fand auf Anregung und in in Zusammenarbeit mit dem Rodenkirchener Bürgeramt statt. Der Amtsleiter, Reiner Lindlahr, zeigte sich erfreut und überrascht, dass das Interesse an dem Thema so groß war. Der große Sitzungssaal war restlos überfüllt. Möglicherweise sei das auf die Sensibilisierung der Bürger nach dem Einsturz des Stadtarchivs in der Südstadt zurück zu führen, hieß es.
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