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Freidhöfe

Begegnung in Bestattungsgärten

Von Claudia Hauser, 19.03.09, 20:23h

Die Genossenschaft Kölner Friedhofsgärtner feiert ihr 50-jähriges Bestehen. Die Friedhofsgärtner registrieren eine Veränderung der Bestattungskultur: Der Friedhof soll nicht mehr nur ein Ort der Trauer sein.

Melatenfriedhof Köln
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Der Name "Melaten" des Friedhofs an der Aachener Straße erinnert noch heute an die Leprakranken. (Bild: Archiv)
Melatenfriedhof Köln
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Der Name "Melaten" des Friedhofs an der Aachener Straße erinnert noch heute an die Leprakranken. (Bild: Archiv)
Köln - Eins hat sich in den vergangenen 50 Jahren nicht geändert: Trauer braucht einen Ort. Auch wenn dieser Ort kein klassisch abgegrenztes Grab mehr sein muss, sondern auch eine Stele in einem Rosengarten oder ein Gedenkstein am Wegesrand sein kann.

Die Genossenschaft Kölner Friedhofsgärtner, die in diesem Jahr ihr fünfzigjähriges Bestehen feiert, erlebt, wie die Bestattungskultur sich verändert - in Köln sind die Bestattungszahlen von mehr als 10 000 jährlich Ende der 90er Jahre auf 7074 im Jahr 2008 gesunken. „Das hat zwar auch etwas mit der demographischen Entwicklung, dem medizinischen Fortschritt und den reduzierten Sterbezahlen zu tun“, sagt Geschäftsführer Josef F. Terfrüchte. „Aber die Menschen wollen heute auch eine individuelle Grabgestaltung.“ Auf dem Melatenfriedhof entstehen derzeit die „Bestattungsgärten“ - Blühende Naturstaudenflächen, Partner- und Urnengräber zwischen Hecken und Wiesenwegen sollen Alternativen zur traditionellen Bestattung bieten. „Es wird Ruhebänke und Teiche geben, über denen die Libellen fliegen“, sagt Vorstandsvorsitzender Marc Zilken. Der Friedhof soll nicht mehr nur Ort der Trauer, sondern Stätte der Begegnung werden. Er soll nicht nur eine würdevolle Umgebung für die letzte Ruhestätte sein, sondern auch ein Ort, an dem die Zurückgebliebenen gerne sind.

Die Mitgliedsbetriebe der Genossenschaft sind von 82 im Jahre 1982 auf 66 zurückgegangen. Trotzdem: Die meist kleinen Familienbetriebe haben laut Terfrüchte genug zu tun. „Unsere Friedhofsgärtner haben viele Dauergrabpflege-Aufträge, die über Jahrzehnte laufen. Für viele ist das die einzige Absicherung, dass nach ihrem Tode ihr Grab in einem guten Zustand bleibt.“ Für die Angehörigen hingegen bedeute die Pflege eine Erleichterung, „eine Sorge weniger“.

Beim zweiten Kölner Vorsorge-Tag informierte die Genossenschaft in dieser Woche über die verschiedenen Möglichkeiten eines treuhänderisch verwalteten Dauergrabpflege-Vertrags. „Es ist auch für die Angehörigen schön, wenn alles im Vorhinein geregelt ist“, sagt Terfrüchte.

Die Genossenschaft hat sich im Laufe der Jahre auch dafür eingesetzt, dass es keine anonymen Bestattungen mehr geben muss. „Es gibt zwei Grabfelder auf dem Deutzer Friedhof und auf dem Südfriedhof, auf denen jeder Verstorbene zumindest eine Stele mit seinem Namen bekommt“, sagt Terfrüchte. Die Pflege dieser Gräber, die keiner besucht, übernehmen die Friedhofsgärtner.

Kölner Friedhofskultur im 21. Jahrhundert: Leere Gottesäcker oder lebendige Erinnerungen? So lautet das Thema bei „Talk am Dom“ im Domforum am Mittwoch, 25. März, um 17 Uhr.



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